Apps, die blind bedienbar sind

Lydia hält lächelnd ein iPhone vor der Brust.

Seit 2012 ist das IPhone mein ständiger Begleiter im Alltag. Damals hatte mich ein Freund darauf gebracht, und mir die Bedienungshilfen gezeigt, die das Gerät von Haus aus mitbrachte.

Vorher hatte ich ein handelsübliches Handy der Firma Nokia. Darauf wurde eine spezielle Software aufgespielt, die den Text auf dem Display in Sprache umwandelte. Damit war es möglich Nachrichten oder E-Mails zu verwalten, im Internet zu surfen oder Musik zu hören. Die Software kostete zusätzliches Geld, und war quasi ein Aton. Und dieses Handy hatte fühlbare Tasten.

Anfangs fürchtete ich mich ein bisschen vor meinem IPhone. Daher war es mir wichtig, dass ich eine Zweitkarte hatte, die in meinem alten Handy steckte. Falls etwas schief ging. In den ersten drei Wochen holte ich das IPhone nur hin und wieder aus der Schublade, um damit zu experimentieren. Das ging so lange, bis ich ein Gefühl für die Bedienung ohne fühlbares Display entwickelte. Ein weiteres Plus war die Bedienung von sozialen Netzwerken. Hatte ich diese vorher über den PC angesteuert, so konnte ich das mit dem Smartphone von überall her tun. Also auch ganz bequem vom Sofa aus.

Und so schlich sich das Smartphone immer stärker in mein Leben, und wurde mein Helfer im Alltag. Ich verbrachte viel Zeit damit neue Apps zu erkunden und mir Empfehlungen von anderen blinden Nutzern anzusehen. Im Laufe der nächsten Jahre erledigte ich immer mehr Aufgaben, die ich vorher auf dem PC erledigt hatte, über das IPhone. Denn dieses garantierte mir eine räumliche Unabhängigkeit.

Ich möchte meinen Lesern nachfolgend einige Apps vorstellen, die mich durch meinen Alltag begleiten. Dabei handelt es sich nicht nur um Apps, die für blinde und sehbehinderte Nutzer entwickelt wurden.

Die App Mbraille macht aus dem IPhone eine Braille Tastatur mit vollwertiger Textverarbeitung. Mit etwas Übung kann man darüber sogar die gesamte Bedienung des IPhone steuern.

Ich bin meistens mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Hier begleitet mich der Abfahrtsmonitor von Witali Aswolinskiy. Die App kann mich orten und mir die nächst gelegenen Haltestellen anzeigen, und deren Abfahrtstafel abrufen. Ich kann Haltestellen, die ich oft brauche, als Favoriten definieren, und sehr schnell darauf zugreifen. Diese werden mir in einer übersichtlichen Listenansicht angezeigt.

Blindsquare von MIPsoft ist eine Navigationshilfe für blinde Nutzer, die mir gerade in einer fremden Umgebung eine große Hilfe ist. Ich kann ein Restaurant, ein Hotel oder einen Bahnhof heraussuchen, und mir anzeigen lassen in welcher Richtung und wie weit entfernt dieser von mir ist. Und ich kann diese Informationen einer Navigationsapp übergeben, die mich hin navigieren kann.

Der KNFBReader ist eine sehr gute Texterkennungssoftware. Ich kann quasi ein Dokument fotografieren, und bekomme dessen Inhalt vorgelesen.

TapTapSee, CamFind Inc. beschreibt ein gerade gemachtes Foto in deutscher Sprache. Dies geschieht mit Hilfe von künstlicher Intelligentes.

Seeing AI von Microsoft Corporation vereint mehrere Funktionen in einer einzigen App. Es bietet eine Produkterkennung, eine Farbansage und eine Beschreibung von Dingen, die vor die Kamera gehalten werden. Auch Handschrifterkennung und eine Gesichtserkennung sind Teil dieser App, die noch nicht ganz ausgereift ist. Ich denke, dass da noch viel Potential dahinter steckt. Und ich wünsche mir, dass es diese App irgendwann auch in mehr Sprachen gibt.

Es gibt Situationen, die mit künstlicher Intelligenz nicht auskommen. Brauche ich eine sehende Hilfe, so kann ich diese per Videotelefonie abrufen. Das wird durch das Netzwerk und die App Be My Eyes ermöglicht. Weltweit stellen sehende Nutzer ihr Sehvermögen zur Verfügung. Fällt mir eine Schraube runter, die ich nicht alleine wiederfinden kann, so kann ich mein Gesprächspartner durch meine Kamera sehen, und mir dieses entsprechend mitteilen. Ich kann voreinstellen welche Sprache ich spreche, und werde nur mit Menschen verbunden, die dieselbe Sprache angegeben haben.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher werde ich irgendwann über weitere Apps schreiben, die mir helfen, mir gefallen oder auch nicht.

Im Tempel des Hippokrates

Bild von Susanne und Torsten

Man sollte meinen, dass Augenkliniken auf blinde oder stark sehbehinderte Patienten ausgelegt sind. Und ebenso hält sich das Gerücht, dass das Personal und die Pflegekräfte im Umgang mit unserem Personenkreis geschult werden. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus.

Im Frühjahr 2017 veröffentlichte ich die Beiträge „Die Klinik mit der Nummer“ und „Der Standardpatient ist nicht blind“, die sich um Barrieren und Behandlung in der Augenklinik drehen. Dadurch bekam ich von Thorsten, der zusammen mit Susanne den Blog Aus der Zeit gerutscht schreibt, eine erfundene Geschichte von einem fiktiven Termin in einer Klinik zugeschickt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Im Tempel des Hippokrates
Es ist kalt und windig an diesem Morgen. Mit Rucksack und Stock habe ich mich auf den Weg zur U-Bahn gemacht. Die Nacht war kurz. Vor so einem Eingriff ins Knie bin ich doch etwas nervös gewesen. Aber es wird schon gehen. Und wie klappt wohl die Aufnahme im Krankenhaus, wo ich doch nichts sehe? „Ach, es gibt doch Inklusion, Integration, Rehabilitation usw. Da werden sie sich schon um so einen blinden Patienten wie mich kümmern“, versuche ich mich zu beruhigen.

Gut, bis zur Drehtür kenne ich mich von Besuchen her aus. Ja ein großer, riesiger Raum. Hier muss ich richtig sein. Wie ein Luchs schleiche ich weiter, um zu hören, wo wohl der Empfang ist. „Zur Aufnahme gehen Sie bitte dort hinüber“, höre ich und spreche den mutmaßlichen Empfänger dieser Botschaft an. Der ist nett und nimmt mich mit. „Hier müssen wir eine Nummer ziehen. Ich mache das für Sie. Sie haben 57.“ Na prima, klappt doch wie am Schnürchen. Mein Helfer zeigt mir noch einen Stuhl und entschwindet. Ich döse ein bisschen. Immer wieder ertönt ein Gong. „Oh, welche Nummer war das wohl?“ Ich denke es und frage es zaghaft in die Runde. „38“, antwortet mir jemand. Ich habe also noch Zeit und döse weiter. Irgendwann frage ich wieder und erfahre: „62.“ Die Nummer 65 ist freundlich und lässt mich vor. Die Empfangs-Dame ist auch freundlich und nimmt meine Arztbriefe entgegen. „So, bitte füllen Sie diese Dokumente sorgfältig aus und kommen dann wieder rein“, sagt sie und drückt mir einen Packen Papier in die Hand. Wir klären in fruchtbarem Dialog, dass dies ja nun schwierig ist. Sie sieht das ein und sagt: „Ich lasse sie erstmal auf Station bringen.“ Nach längeren Telefonaten fährt sie fort: „Die Orthopädie hat keinen frei, ich lasse sie erstmal von der Gynäkologie abholen.“ Na gut, so komme ich wenigstens weiter. Der Magen knurrt. Ich sollte ja nüchtern erscheinen. Es ist zehn Uhr.

In der Gynäkologie
Da sitze ich nun auf dem Flur von Station B5 III. Viele Menschen hasten an mir vorüber. Irgendwann fragt mich jemand, was ich hier wolle. „Ich soll aufgenommen werden“, sage ich und reiche meine Dokumente. Sie blättert lange. „Blatt sechs Rückseite,“ murmele ich. „Da steht, wo ich hin muss.“ „Aja, die Orthopädie hat heute ein paar Notfälle. Aber Sie sind ja blind. Da lasse ich sie mal auf die Augenstation bringen. Die Sozialfrau kommt gleich.“ Es kommt die Frau vorbei, die auf Station Bücher und Zeitschriften verteilt. „Möchten Sie vielleicht die Zeitung von heute?“, fragt sie mich. „Nein, aber haben Sie vielleicht einen Leitfaden auf CD, wie ich hier zurechtkomme?“ Sie bedauert sehr und verspricht, die Sozialfrau zu benachrichtigen. Statt dieser kommt ein BufDi mit Rollstuhl. „So, ich bringe Sie jetzt auf Ihr Zimmer.“ Na prima, ich bin schon völlig groggy. Deshalb bin ich sogar dankbar für den Rolli, mit dem ich als blinder Patient ja leichter zu verfrachten bin. „Dies ist Herr Meier, Ihr Zimmernachbar. Der zeigt Ihnen alles“, sagt mir der BufDi fröhlich. Es stellt sich heraus, dass Herr Meier gestern operiert wurde und beide Augen verbunden hat. Da ist dann nichts mit Zimmer-Zeigen. Ich bin eh viel zu müde und hungrig. Oh Wunder, da kommt bald das Mittagessen. „Sie habe ich gar nicht im Plan“, sagt die nette Frau zu mir. „Zeigen Sie mal bitte Ihre Dokumente!“ Wieder langes Blättern. „Seite sechs, Rückseite“, murmele ich. „Oh Sie müssen auf die Orthopädie. Ich sage der Sozialfrau Bescheid.“ Herr Meier und ich hungern. Ich kriege nichts und er kann mit verbundenen Augen nicht essen.

Es kommt wieder irgendwer, die sich als Schwester So-und-so vorstellt. „Ich bringe sie nun zur Orthopädie“, flötet sie. Diesmal darf ich laufen, stoße mir aber dreimal das kaputte Knie, weil überall was rumsteht. Wieder lande ich auf einem Stuhl.

Irgendwann frage ich einen der vorüber hastenden Menschen, wo denn die Kapelle sei. „Hier gleich um die Ecke. Ich bringe Sie hin“, sagt eine nette Dame. Auf dem Weg erzählt sie mir, dass sie heute als Vertretung der Sozialfrau hier sei. „Die ist nämlich als Notfall in der Orthopädie.“

Plötzlich Ruhe und Frieden. Ich sitze auf einer Bank in der Kapelle. Meine Aufnahme-Unterlagen, fast so dick wie das Gesangbuch, liegen friedlich neben diesem. „Wie herrlich es doch im Herzen des Tempels der Gesundheit sein kann“, denke ich bei mir. Mein Knie tut auch schon gar nicht mehr weh. Eine Wunderheilung? Egal, ich muss jetzt hier raus und endlich was essen.

Eine Woche später kriege ich abends einen erbosten Anruf: „Hallo, hier spricht die Sozialfrau von den städtischen Kliniken. Sie sollten doch heute eingeliefert werden. Ich habe Sie den ganzen Tag gesucht und dann Ihre Papiere in der Kapelle gefunden. Da befürchteten wir schon das Schlimmste!“

Das schreibt Thorsten über seinen Blog:
Gemeinsam mit Susanne Glandien habe ich den Blog „Aus der Zeit gerutscht“ im August 2015 gestartet, weil wir beide gern schreiben. Häufig über Politik, aber auch persönliche Erlebnisse. Mit der Zeit kamen ein paar Rubriken hinzu. Es entstand die Geschichte eines blinden Mannes, der selbständig wird. Oder die Abenteuer eines kleinen Roboters, der die Erde beobachten soll und sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Barrierefreiheit ist für uns Aufgabe und Thema in einer eigenen Rubrik. Wir freuen uns über Euren Besuch und Eure Meinung zu dieser fiktiven Begebenheit.

Meine Nominierung zum Liebster Award Dezember 2017

Nominierung für den Liebster Award

Heute gibt es mal keine Geschichten aus meinem Alltag oder Erklärungen im Umgang mit blinden Menschen. Heute stehen mal mein Blog und ich im Mittelpunkt. Das hat auch einen ganz besonderen Grund. Ich wurde für den Liebster Award nominiert und freue mich sehr darüber. Dieser Award wurde 2011 ins Leben gerufen. Es ist eine Auszeichnung, die unter Bloggern weitergegeben wird. Es ermöglicht kleinen noch relativ unbekannten Bloggern und Bloggerinnen, sich vorzustellen, ihre Reichweite zu verbessern und sich untereinander zu vernetzen.

Und wem verdanke ich das? Mein Dank gilt Britta von Fulltime-Mami, einem Mami-Blog einer Mama und Erzieherin, deren theoretische Kenntnisse über Pädagogik und praktische Erfahrungen mit Kind nicht immer zusammen passen. Entsprechend vielseitig ist auch dieser Blog.

Zu den Spielregeln gehört, Brittas Fragen über mich und meinen Blog zu beantworten. Somit könnt ihr auch ein paar neue Details über mich erfahren.

Los geht’s.

1. Woher nimmst du deine Inspiration für deine Texte?
Die meisten Beiträge entstehen durch den ganz normalen Alltag. Oder es kommen Leser mit einem Thema auf mich zu, welches ihnen auf der Seele brennt.

2. Wofür bist du in deinem Leben dankbar?
Ich bin dankbar dafür, dass meine Eltern mit mir nach Deutschland gekommen sind, und dass ich ein selbst bestimmtes Leben führen darf. Und ich bin dankbar für meine Kinder, die ich beim Erwachsenwerden begleiten darf.

3. Wenn du ein Roman- oder Filmheld sein könntest, welcher wärst du und warum?
Das weiß ich nicht. Ich glaube, das ist irgendwie Phasenweise.

4. Warum bloggst du?
Ich blogge, weil ich Spaß am Schreiben habe, und weil ich damit bewirken kann, dass wir Menschen mit Behinderung, vor Allem aber wir blinden Eltern, ein bisschen gesehen werden. Und zwar nicht ausschließlich als hilfloses Elternteil, welches seinen Alltag nur mit der Unterstützung eines Nicht behinderten Partners meistert, sondern wie alle anderen Eltern auch. In erster Linie bin ich Mutter. Die Blindheit ist nur eine meiner vielen Eigenschaften.

5. Welche Ziele hast du mit deinem Blog in den nächsten 2 Jahren?
Ich möchte zum einen mehr Leser erreichen, zum Zweiten auch mehr Informationen zu meinen zentralen Themen bereit stellen.

6. Wenn du richtig gestresst bist und deine Ruhe haben willst, wo und womit entspannst du dich?
Am liebsten mit einem guten Hörbuch und einer Handarbeit. Das kann sowohl drinnen als auch draußen stattfinden.

7. Süß oder salzig – Welcher Typ bist du?
Auch das ist bei mir Stimmungsabhängig. Manchmal brauche ich Schokolade mit Marzipan, manchmal massenweise Erdnüsse oder Pistazien.

8. Was ist deine schönste Kindheitserinnerung?
Ich habe viele schöne Erinnerungen. Da sind die Tage, die wir Kinder mit unserer Mutter in der kleinen Küche verbracht haben. Während sie kochte, wusch oder nähte, sang und erzählte sie mit uns. Ich glaube, deshalb liebe ich es in einer Küche zu sitzen.

Und das sind meine nominierten Blogs
1. Auf Familiendinge schreibt Samybee über ihren Alltag, nachdem sie mit ihrer Familie nach Polen gezogen ist.

2. Ein Leben ohne Filter ist das Blog von Ina. Sie ist ein Teenager mit Autismus, und schreibt über ihren Alltag. Sie klärt sehr verständlich über bestimmte Eigenheiten und Verhaltensweisen auf.

3. Auf justdisabled erzählt Wheelie aus ihrem Leben als Spastikerin und Teilzeitrollifahrerin.

4. Charlotte schreibt auf Charlottesadoptionsblog über ihr Familienleben mit ihren beiden Adoptivkindern aus Russland.

5. auf andersunddochgleich schreiben Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen über alles, was zum Leben gehört. Der Fokus gilt hier den Gemeinsamkeiten. Das Motto heißt hier: „Lass Dich von Deiner Behinderung nicht behindern“.

Liebe nominierte Bloggerinnen und Blogger,,

Im Frühjahr 2017 hatte ich schon einmal eine Ernennung zum Liebster Award. Da es für mich etwas aufwändiger ist, die entsprechenden Texte rauszuziehen, poste ich hier den entsprechenden Beitrag. Dort findet Ihr die Teilnahmebedingungen für den Liebster Award und alles was Ihr sonst noch wissen müsst.

Ich bin gespannt auf Eure Antworten zu meinen folgenden Fragen:

  1. Wo schreibst Du Deine Beiträge am liebsten?
  2. Über welche Dinge würdest Du auf gar keinen Fall schreiben wollen?
  3. Was brauchst Du für einen guten Start in den Tag?
  4. Hund oder Katze?
  5. Welches war Dein liebstes Märchen aus der Kindheit?

Den Nominierten wünsche ich viel Spaß beim Beantworten der Fragen, und freue mich schon auf die Antworten. Allen anderen Lesern wünsche ich viel Spaß beim Stöbern. Ich hoffe, ich habe diesmal Blogs ausgesucht, die Ihr noch nicht kennt.

Danke für ein erfolgreiches Bloggerjahr 2017

Liebe Leser, Follower und Freunde von lydiaswelt!

Das Jahr 2017 geht seinem Ende zu, und ich blicke mit Freude auf ein für mich erfolgreiches Bloggerjahr zurück. An dieser Freude möchte ich Euch, die Ihr ein gutes Stück dazu beigetragen habt, teilhaben lassen.

Hier habe ich ein paar Zahlen aus meiner Statistik für Euch zusammengestellt, über die ich mich sehr gefreut habe.

Mein Blog wurde Fast 41.000-mal aufgerufen.

746 mal wurden Beiträge mit einem Gefällt mir markiert.

364 Kommentare wurden unter meine Beiträge geschrieben.

Und inzwischen habe ich 171 Follower, die meinen Blog abonniert haben.

Viele meiner Beiträge wurden in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter weiter geteilt.

Außerdem wurden viele meiner Beiträge auf anderen Blogs oder Seiten verlinkt. Darüber freue ich mich ganz besonders, da ich auf diese Weise noch mehr Leser erreichen kann.

Inzwischen habe ich mehr als 90 Beiträge zu unterschiedlichen Themen rund um Blindheit, blinde Eltern und meiner arabischen Herkunft veröffentlicht. Das heißt jede Woche ein bis zwei Beiträge. Und jeder Einzelne davon ist mir wichtig. Wenn ein neuer Beitrag online geht, freue ich mich wie ein kleines Kind, welches ein neues Geschenk auspacken darf.

Hier mal die fünf Beiträge, die besonders viel Zuspruch gefunden haben:

Blind heißt nicht gleich Rollstuhl erzählt vom Fliegen als blinder Fluggast.

Wenn der Bus wo anders hält handelt von den Schwierigkeiten, wenn der Bus nicht an der vorgeschriebenen Stelle hält oder abfährt.

Blinde sind blind erklärt Begriffe wie blind, sehbehindert.

Blinde Eltern, sehende Kinder, Teil 5, schriftliche Aushänge. In diesem Beitrag schreibe ich über das Problem der Informationsbeschaffung im Zeitalter von Aushängen im Kindergarten, und der üblichen Ranzenpost.

Wie arbeitet ein Blinder am IPhone beschreibt die Möglichkeiten für blinde Nutzer effektiv auf einem IPhone oder IPad zu arbeiten.

Danke an meine Gastautoren, die immer dann eingesprungen sind, wenn es ein Thema gab, über das ich nicht selbst schreiben möchte oder kann. Und Danke an meine Freunde, die mir hier und da mit der Gestaltung meines Blogs unter die Arme greifen, oder auch mal einen Beitrag gegenlesen. Ohne Euch wäre ich manchmal ganz schön aufgeschmissen gewesen.

Im vergangenen Jahr sind nicht nur Beiträge entstanden, sondern auch mehrere Unterseiten auf meinem Blog. Da wäre die Seite mit „Gastbeiträgen“,die ich für andere Blogs und Seiten geschrieben habe. Auf der Seite „interessante Links rund um Sehbehinderung“ habe ich unterschiedliche Links mit Informationen gesammelt. Und dann gibt es die Seite „Dies und das“, auf welcher ich Links poste, die ich rund um Behinderung interessant genug finde, um sie zu verbreiten. Diese Seiten werden stetig erweitert, so dass sich Reinschauen immer wieder mal lohnt. Und ganz zum Schluss gibt es noch die Seite zum Thema „Unterstützung für meinen Blog“, wo es um die unterschiedlichen Möglichkeiten gibt, um mich zu unterstützen.

Für das nächste Jahr habe ich mir viele weitere Themen vorgenommen. Außerdem wird meine Seite um zusätzliche Kategorien erweitert. Und natürlich freue ich mich über Gastautoren, die meinen Blog um gute Beiträge bereichern.

In diesem Sinne wünsche ich euch, liebe Leser, einen guten Übergang in das kommende Jahr 2018.

Eure Lydia

Wenn die Einkaufshilfe ausfällt

Lydia läuft mit Blindenstock und Shopper eine Straße entlang

Heute ist Donnerstag, 8:45 Uhr, als mein Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung meldet sich die Dame, mit der ich mich in einer Viertelstunde treffen wollte. Geplant war, dass wir mit dem Auto zum Supermarkt fahren, und einen Familieneinkauf bewerkstelligen. Leider muss sie mir für heute absagen, da eines ihrer Kinder mit Magendarminfekt im Bett liegt. Da steckt man nicht drin.

Ok, jetzt habe ich ein Problem. In drei Tagen ist Weihnachten. In diesem Jahr bedeutet das, dass die Geschäfte drei Tage in Folge geschlossen sind. Dementsprechend wollte ich meinen Einkauf so gestalten, dass ich in den nächsten zwei Tagen nur noch Lebensmittel wie Obst und Gemüse einkaufen würde. Denn ich bin kein Freund hektischer Lastminuteeinkäufe. Dabei sind es nicht unbedingt die langen Schlangen an der Supermarktkasse, die mir zu schaffen machen, sondern die Hektik in den Gängen, gepaart mit der Atmosphäre und dem Suchen der benötigten Lebensmittel. Außerdem sind die Mitarbeiter an solchen Tagen so stark beschäftigt, dass es schwer wird Hilfe zu bekommen. Nein, das möchte ich mir in diesem Jahr nicht geben.

Also gut, jetzt muss ganz schnell Plan B her. Meine Kinder fallen als potentielle Einkaufsbegleiter aus, da sie heute und morgen vormittags in der Schule sind. Der Lieferservice ist auch keine wirkliche Option zur sehenden Begleitung. Eine Option wäre Aldi. Die haben ihre Wahren meist so angeordnet, dass sie an derselben Stelle sind. Früher hatten wir eine Buslinie, die von mir direkt hinfuhr. Diese gibt es inzwischen nicht mehr. Für mich heißt es jetzt, dass Aldi ca. 30 Minuten Fußweg bedeutet. Nein, dazu bin ich heute echt nicht zu motivieren. Außerdem konnte ich damals noch die Aufschriften auf den Verpackungen in der Tiefkühltruhe lesen, und damit meinen Einkauf selbst zusammensuchen. Inzwischen brauche ich hierfür sehende Hilfe. Und die steht mir heute Vormittag definitiv nicht zur Verfügung.

Ok, was gibt es noch für Möglichkeiten? In vielen Städten gibt es Nachbarschaftshilfen. Teilweise auch über Facebook. Hier habe ich auch schon die eine oder andere Hilfe bekommen können. Aber für einen Familieneinkauf mit einer völlig fremden Person finde ich das jetzt nicht geeignet.

Eine Tasse Kaffee später steht mein Plan B fest, der sich für mich besser anfühlt. Ich nehme mir meinen Shopper, und gehe zum nächst gelegenen Supermarkt. Das dauert zwar etwas länger, ist aber eine gute Zwischenlösung. Sachen, die ich nicht gefunden habe, oder die aus der Tiefkühltruhe, kann ich mit meiner Freundin morgen Vormittag einkaufen gehen, oder ihr eine Einkaufsliste schreiben. Das bespreche ich nachher mit ihr. Und was dann noch fehlt, dass können evtl. meine Kinder noch schnell einkaufen gehen. Das geht auch mal am Samstagvormittag. Fertig.

Am liebsten gehe ich ganz früh morgens einkaufen. Da ist es noch ruhig im Supermarkt. Und wenn ich mal was nicht alleine finde, höre ich wo die Mitarbeiter sind, und kann sie direkt danach fragen. Später geht das nicht mehr. Die Gänge sind voll von Menschen, die ihren Einkauf möglichst schnell hinter sich bringen wollen. Und es ist oft zu laut, um zu erkennen wer ein Mitarbeiter oder Marktbesucher ist.

In meinen Beiträgen „Blind einkaufen – Teil 1“ und „Blind einkaufen – Teil 2“ habe ich bereits darüber geschrieben, wie ich mich im Supermarkt zurecht finde, und mich orientiere. Jetzt bin ich auf Eure Kommentare zu diesem Thema gespannt.