Als ich mich hypnotisieren ließ

Über Hypnose wusste ich nicht allzu viel. Ich stellte mir das so vor, dass mir jemand gegenüber sitzt und intensiven Blickkontakt mit mir pflegt. Und dadurch würde dann irgendwann durch irgendeine bestimmte Technik irgendwas mit mir gemacht. Tja und Blickkontakt bei mir als Blinde Frau? Das konnte man absolut vergessen. Ich habe noch einen geringen Sehrest von ca. 2 %. Damit sehe ich grobe Umrisse von Menschen oder Gegenständen. Für Mimik oder Blickkontakt reicht das jedoch nicht aus.

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Glas Augen, mehr als Ästhetik

Vor einigen Wochen hörte ich von einer Geschichte, in welcher ein blinder Mann in der Augenambulanz einen Sehtest machen sollte. Er erklärte der Mitarbeiterin, dass er ein Glasauge trägt, und daher auf dem entsprechenden Auge kein Sehrest mehr vorhanden sei. Die Dame war mit dieser Information erst mal total überfordert, und kam mit einer Kollegin wieder, der es nicht anders erging. Es waren viele Worte nötig, um den Sachverhalt aufzuklären.

Es gibt diverse Mythen und Erzählungen, die sich um das Tragen von Glasaugen ranken. Ich selbst habe keine Erfahrungen auf diesem Gebiet. Daher hat mir eine blinde Trägerin eines Glasauges den folgenden Beitrag geschrieben.

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Essen im Dunkeln

Zum ersten Mal kam ich durch eine Jugendgruppe der Blindenselbsthilfe mit dem Thema Essen im Dunkeln in Berührung. Damals veranstalteten wir einen Tag der offenen Tür. Ein Highlight war, dass Gäste eine schwarze Augenbinde auf bekamen. Sie durften nun ein Stück Kuchen blind essen, und wurden währenddessen mit einer Sofortbildkamera fotografiert. Dieses Bild durften sie zur Erinnerung an dieses Erlebnis mit nach Hause nehmen.

Seit mehr als 10 Jahren habe ich für diverse Dunkelprojekte gearbeitet. Dazu gehören auch Dunkelrestaurants, Dunkelkaffees oder Dunkelbars. Sie alle haben eines gemeinsam, nämlich dass man etwas zu sich nimmt, ohne es sehen zu können.

In den meisten Dunkelrestaurants, für die ich gearbeitet habe, wird ein Menü serviert, welches für den Gast unsichtbar ist. Er darf es mit seinen anderen Sinnen wahrnehmen, und gibt lediglich an ob er Fleisch oder vegetarisch möchte, und ob er bestimmte Lebensmittel grundsätzlich nicht essen möchte oder darf. Darauf wird dann bei der Zusammenstellung des Menüs Rücksicht genommen.

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Autofahren für Blinde – kein Traum mehr

Das Titelbild zeigt die blinde Lydia Zoubek am Steuer des speziell umgerüsteten Smart for Two, deutlich erkennbar am Blindensymbol (drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund).

Die Kinder zur Schule fahren, den Familieneinkauf mit dem Auto bewerkstelligen und schnell mal bei der besten Freundin vorbeifahren. Dinge, die für einen normal sehenden Autofahrer so selbstverständlich zum Alltag gehören. Für Lydia Zoubek ist das bisher nur möglich, wenn jemand sie im Auto fährt oder sie sich ein Taxi nimmt. Ansonsten erledigt sie alles zu Fuß oder mit der Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das könnte künftig anders werden. Denn Forscher einer privaten Initiative haben ein Fahrzeug so modifiziert, dass auch Blinde damit fahren können.

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Die Klinik mit der Nummer

Das Titelbild zeigt einen großen Bildschirm an einer Wand, auf dem die Wartenummer und der Behandlungsraum angezeigt werden.

Im Sommer 2014 bekam ich meinen ersten Termin in der Augenklinik meines Vertrauens. Damals wurde ein Hornhauttransplantat nicht vom Körper angenommen. Und so wollte mein Augenarzt mich bei einem Spezialisten für Hornhauterkrankungen wissen. Und bisher war es das Beste was mir passieren konnte. Denn die Klinik leistet hervorragende Arbeit und nimmt auch jemanden ernst, der wie ich über ein sehr geringes Restsehen verfügt.

Normalerweise nehme ich solche Termine gerne alleine wahr. Denn ein Besuch in einer Augenklinik ist in der Regel eine Ganztagsveranstaltung. Ich weiß das, und stelle mich darauf ein. Eine quengelnde Begleitperson kann ich daher am allerwenigsten gebrauchen. Somit bleibt der Kreis an in Frage kommenden Begleitpersonen recht überschaubar. Erst recht, wenn man gute drei Stunden Fahrzeit pro Wegstrecke einplanen muss. Ich hatte Glück. Denn einer meiner besten Freunde begleitete mich.

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