Aufruf zur Blogparade zum Thema Respekt

Blogparade

Blogparaden sind ein gutes Instrument, um Menschen unterschiedlicher Meinung zu Wort kommen zu lassen, die sich sonst nicht unbedingt über den Weg laufen würden. Und ebenso dient eine Blogparade dazu seinen Blog bekannter zu machen und damit auch diejenigen, die sich daran beteiligen.

Meine heutige Blogparade trägt das Thema „Respekt“ und läuft bis einschließlich 30.09.

Und hier die Regeln:
– Schreibe auf Deinem Blog einen Beitrag zu diesem Thema und verlinke ihn in den Kommentaren unter diesen Beitrag.
– Wenn Du keinen eigenen Blog hast, dann finden wir dafür eine andere Lösung.
– Nach Ablauf der Frist werde ich alle Beiträge in einem Abschluss Beitrag zusammenfassen.

Ich freue mich über jede Maßnahme, die dabei hilft meine Blogparade bekannter zu machen.
Und hier gibt es noch ein paar Leitfragen, die Dir möglicherweise helfen Deinen Beitrag zu strukturieren:
– was verbindest Du mit dem Begriff Respekt?
– Gibt es Menschen, die Du respektierst und warum?
– Gibt es Menschen, die Du nicht respektieren kannst und warum?
– Ist für Dich ein Verwandtschaftsgrad zwingend mit Respekt verbunden?
– Womit verbindest Du Respektlosigkeit?

Respekt oder blinder Gehorsam?
Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, da gab es klare Strukturen. Alles was eine Generation älter war, hatte man zu respektieren, zu achten und unbedingt Folge zu leisten. Frei nach der Devise älter ist gleich mehr Lebenserfahrung und damit weiser.
Solange ich klein und ohne Bildung war nahm ich das erstmal an. Später kam die Zeit auf dem Gymnasium, das Studium, die eigene Lebenserfahrung. Diese hat mich entsprechend geprägt. Ich lernte, dass die alle auch nur mit Wasser kochen, und dass es wichtig ist Gehörtes und Befohlenes zu hinterfragen. Respekt als Instrument zu blindem Gehorsam funktionierte bei mir somit nicht mehr. Das Wort Respekt gewann nach und nach eine völlig andere Bedeutung.
Ich respektiere Menschen, die annehmen können, dass ich ihre Meinung nicht teile, und die aushalten können, dass ich ihnen keinen blinden Gehorsam leiste. Ich respektiere Menschen, die für ihre Möglichkeiten etwas Besonderes geleistet haben. Und ich respektiere Menschen, die mir ein Gedankenangebot machen, ohne mich als ihren Feind zu betrachten, wenn ich dieses nicht annehmen möchte.
Es gibt Menschen, für die ich beim besten Willen keinen Respekt habe. Dazu gehört die Sorte Mensch, die sofort eskaliert, wenn man ihr seine Meinung sagt. Das ist die Sorte Mensch, die Respekt mit Gehorsam verwechseln, und diesen mit allen Mitteln versuchen durchzusetzen. Und ich habe keinen Respekt vor Menschen, die ihre Kinder, Nichten und Neffen oder Enkelkinder regelrecht stalken, um mögliche Verfehlungen aufzudecken, und Spaß daran haben diese zu bestrafen.
Meine Kinder sind inzwischen beide volljährig. Wir haben eine liebevolle Beziehung, und leben in gegenseitigem Respekt zusammen. Das ist viel Arbeit gewesen, aber ich bin dankbar dafür, und ich bin stolz auf meine Kinder, denn sie haben inzwischen gelernt Gehörtes und Befohlenes erst mal zu hinterfragen, bevor sie sich von Verwandten, Bekannten und anderen selbsternannten Miterziehern für ihre Zwecke instrumentalisieren lassen. An eben Diese geht ein spezieller Gruß mit der Empfehlung: „Sucht Euch andere Marionetten, die dumm genug sind“.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein respektvolles Miteinander, und freue mich auf ganz viele Beiträge für meine Blogparade.

Blind shoppen gehen

Amy Zayed steht im roten Kleid auf einer Terasse.

Amy Zayed ist meine heutige Gastautorin zu einem Thema, welches nur selten mit Blindheit in Verbindung gebracht wird. Sie ist 44 Jahre alt und arbeitet als freie Journalistin für alle möglichen Kulturwellen der ARD, sowie der BBC. Sie wohnt in Köln und ist seit Geburt blind.

Blind und shoppen gehen? Geht das?

Blind und shoppen gehen? Und das auch noch als Hobby? Geht das? Solche Fragen bin ich eigentlich schon seit jeher gewohnt. Ich bin von Geburt an blind, und ja, ich liebe Klamotten! Bloß mein Bankkonto zeigt mir dabei oft einen Vogel, und lässt mich nicht! 😉
Aber wie geht das? Fragen mich viele meiner sehenden Freunde. Dazu muss ich etwas weiter ausholen.
Als Kind war das bei mir so wie bei allen anderen Kindern. Meine Mutter hat die Klamotten rausgelegt, ich hab sie angezogen. Als ich ungefähr 8 war, hatte ich zwar eine Lieblingsjeans, aber die hatte ich auch fast andauernd an, und meine Mutter hatte ihre liebe Not, dass sie sie auch mal waschen durfte. Am Ende hatte diese Hose mehr Flicken als alles andere. Ansonsten interessierte mich Mode kaum! Bäume klettern, Reiten und schwimmen waren viel wichtiger! Erst als ich mit 11 von der Blindenschule auf ein reguläres Gymnasium kam, wurde Mode zum Thema. Wie alle 12 jährigen Mädchen fing ich an, mich für Mode zu interessieren. Es war Gesprächsthema mit meinen Freundinnen. Die neue Levis, das neue Esprit-Outfit, der tolle Schriftzug auf dem Benetton-T-Shirt. Und natürlich fing ich an zu fragen, wie was aussieht, und noch viel wichtiger, wie etwas an mir aussieht.
Ich hatte das Glück, dass meine Mutter eine Frau ist, die sich selbst schon immer für Mode interessiert hat, und bei meinen Freundinnen als cool galt, denn so konnte ich sie danach fragen. Denn mir war klar, jemand uncooles, den eh alle für unpassend gekleidet hielten, kann ich ja nicht fragen! Typisch Teenager eben! Den Tipp, den mir meine Mutter damals gab, finde ich bis heute für jeden blinden oder sehenden Menschen angebracht. Im Grunde geht’s bei Mode gar nicht nur um Gucken. Natürlich ist Mode visuell, es geht um Sehen und gesehen werden, aber vor allem geht’s um Wirkung! Also stelle ich mir die Frage: Wie wirke ich in einem Outfit? Und noch viel wichtiger: Wie möchte ich denn wirken? Mode hat immer etwas mit dem Zeitgeist zu tun. Wenn zum Beispiel in der Popkultur gerade Punk angesagt ist, dann findet sich das auch in der Mode wieder. Aber will ich Punk sein? Oder bin ich doch eher die Hiphop-Frau? Oder das 20er Jahre Glam Girl? Und wie wirkt mein Körper, wie fühle ich mich in diesen Outfits? Bei der Auswahl, bei der Antwortfindung ist alles erlaubt! Fühlen, Sehrest, Bauchgefühl, Recherche, aber vor allem ein Gefühl für Deinen Körper. Wenn man seinen Körper kennt, dann weiß man auch, wie es sich anfühlt, wenn man das eine, oder andere betont. Dann muss man nur noch wissen, was man damit bei sehenden Menschen auslöst. Und, und das ist das wichtigste: Man muss sich damit auch wohlfühlen! Mit seinem Körper, mit dem was man bewirkt. Also hat meine Mutter mir erklärt, welche Farben rein optisch im Normalfall zusammenpassen, hat mir mit meinem Hell-Dunkel-Sehrest gezeigt, wie man Kontraste verbindet, und dann gemeint: Der Rest bleibt vollkommen Dir überlassen! Wenn Du knallrot und orange mischen möchtest… bitte sehr! Hält Dich keiner davon ab! Solange Du weißt, was Du damit bewirkst! Wenn Du bauchfrei tragen möchtest, und für manche Menschen evtl. zu dick sein solltest, Dich damit aber schön fühlst, dann bist Du auch schön! Am Ende ist Mode nichts als Ausdruck! Dein eigener, und der des jeweiligen Zeitgeists! Also mach Dich schlau, und finde Deinen Stil!
Also bin ich losgezogen, und hab rumprobiert! Manchmal gehe ich mit Freundinnen einkaufen, manchmal aber auch alleine! Manchmal bin ich mit Freunden unterwegs, und meine Finger streichen verzückt über ein Kleid oder einen Rock. Dann ziehe ich das Ding raus, gucke, was ich mit meinem Sehrest noch erkennen kann, und frage nach der genauen Farbe, und dann geht’s ans Anprobieren. Manchmal schlüpft man rein, und dann macht’s Bang! Es passt einfach! Und nur dann kaufe ich es auch! Manchmal hab ich Lust auf Indie, manchmal auf elegant, manchmal auf Punk. Manchmal auf irgendwas Eigenes. Die Hauptsache, was ich anziehe, bin ich! Also lasst Euch bitte nicht sagen, nur weil ihr blind seid, könnt Ihr keinen eigenen Stil haben! Ihr müsst ihn nur finden wollen, und ein bisschen recherchieren, welcher Stil wie aussieht, und was davon zu Euch passt.
Ich wurde manchmal von der einen, oder anderen Freundin mit wohlgemeinten Worten angesprochen. Vor allem, wenn sie das erste Mal mit mir shoppen waren: Du kannst das ja nicht alleine. Ich sag Dir mal was zu Dir passt. Die hab ich dann schnell eines Besseren belehrt, und so richtig stolz auf mich war ich dann, wenn sie nicht nur von meinem Stil überzeugt war, sondern, wenn ich IHR Tipps geben konnte.

Danke, liebe Amy für Deinen Beitrag, der zeigt, dass es auch ohne Klischeedenken laufen kann. In meinem Beitrag Kleider machen Leute habe ich das Thema selbst einmal aufgegriffen.

Und wie sind Eure Erfahrungen zu dieser Thematik? Ich freue mich auf viele Beiträge in den Kommentaren.

Fahrradfahrer und Blinde, eine fast unendliche Liebesgeschichte

Fahrradfahrer und Blinde – eine fast unendliche Liebesgeschichte

von Domingos

Domingos ist ebenfalls Blogger, und hat mir zu Beginn meines Bloggerdaseins den Text Barrierefrei bloggen auf WordPress zur Verfügung gestellt. Heute habe ich einen Beitrag von ihm bekommen, der im April 2018 auf seinem Blog veröffentlicht wurde, und den ich einfach nur gut finde. Das Original gibt es hier zu lesen.

Angeblich soll es ja einen epischen Kampf zwischen Blinden und Fahrradfahrern geben, so ähnlich wie zwischen Highlander und dem anderen Highlander. In Wirklichkeit sind Blinde und Fahrradfahrer die besten Buddies. Deswegen möchte ich hier mit einigen Mythen bei den Fahrradfahrern aufräumen, bevor wir anfangen, uns gegenseitig die Köpfe abzuschlagen.

Der Bürgersteig gehört den Fahrradfahrern

Fahrradfahrer wundern sich oft, warum so viele Leute auf ihrem Fahrradweg, volksmündlich als Bürgersteig bezeichnet, herumlaufen. Als tolerante Menschen klingeln sie einfach so lange, bis diese Unbefugten vor Schreck umfallen. Weil Blinde bekanntermaßen nicht sehen, klingelt man einfach besonders laut und oft, damit sie das noch besser hören.
Da der Bürgersteig den Fahrradfahrern gehört, ist es nur natürlich, dass sie ihr Fahrrad dort abstellen. Es sollte so stehen, dass niemand, der breiter ist als 10 Zentimeter daran vorbeikommt, ohne auf die Straße zu gehen. Damit wird das Fahrrad besser belüftet. Wen stört es, wenn Rollstuhlfahrer nicht vorbei können, Blinde am Lenker hängenbleiben, über das Vorderrad stolpern oder Kinderwagen auf die Straße ausweichen müssen. Das trainiert doch die Gelenke.

Eine Haaresbreite Abstand reicht

Blinde lieben es, wenn Fahrradfahrer auf lautlosen Rädern einen Zentimeter an ihrer Schulter vorbei rasen. Aber warum gehen diese doofen Blinden nicht straight gerade aus, sondern weichen ab und zu nach links oder rechts ab? Haben die keine Augen im Hinterkopf oder zumindest Blinker am Allerwertesten, damit man sieht, welche Richtung sie als Nächstes einschlagen wollen?
Genauso super finden es Blinde, wenn man eine Handbreit an der Spitze ihres Blindenstocks vorbeifährt. Auch Blinden-Führhunde wissen das zu schätzen. Der Schreck bringt Herrchen und Hündchen den heiß begehrten Adrenalinstoß. Wer braucht da noch Kaffee?
Niemand kann von Fahrradfahrern erwarten, dass sie langsamer fahren, ausweichen, stehen bleiben oder gar kommunizieren.

  1. Sind Fahrradfahrer stumm und wir wissen ja, wie schwierig es ist, Gebärdendolmetscher zu bekommen, vor allem welche, die auf dem Gepäckträger Platz nehmen wollen.
  2. Haben es Fahrradfahrer immer eilig. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man die ersten 60 Sekunden von den Simpsons verpasst.

Fazit: Blinde lieben Fahrradfahrer

Ja, ich bekenne es öffentlich: wir lieben Fahrradfahrer. Sie sorgen für den Adrenalinkick am Morgen, halten unsere Reflexe frisch und sorgen dafür, dass unser Gehör nicht verkümmert.
War dieser Beitrag eigentlich ironisch gemeint? Vielleicht.

Domingos de Oliveira arbeitet als Dozent, Berater und Speaker zur digitalen Barrierefreiheit. Einen Überblick über seine Tätigkeit gibt es auf seiner Seite Netz barrierefrei. Als einer der wenigen blinden Experten für Barrierefreiheit schreibt er auf seinem Blog über Blindheit und Technologie. Reinschauen lohnt sich.

Tipps zum sparsamen Packen

Wenn man mit dem Auto reist, kann man so viel mitnehmen, wie in das Fahrzeug hineinpasst. Im Extremfall nehmen Urlauber ihren halben Hausrat mit auf die Reise. Doch wenn man wie ich meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, fällt jeder Gegenstand buchstäblich ins Gewicht.
Koffer gibt es in allen Größen, Formen und Ausstattungen. Aber alle zusammen haben den Nachteil, dass sie eine Hand blockieren, die damit beschäftigt ist den Koffer zu ziehen, zu schieben oder einfach nur festzuhalten. Und im Zug, Bus oder am Urlaubsort ist nicht immer ausreichend Platz vorhanden, um den Koffer zu verstauen.
Daher reise ich nur dann mit einem Koffer, wenn ich wirklich länger unterwegs bin. Auch Reisetaschen kommen für mich nicht in Frage. Diese werden einseitig getragen, was auf längeren Wegstrecken ziemlich schmerzhaft werden kann. Erst recht, wenn man mit der anderen Hand den Blindenlangstock benutzt.
Für den typischen Wochenendausflug oder das Wochenendseminar reicht mir ein guter Rucksack aus. Dieser bietet mir einige Vorteile. Zum einen ist der Platz beschränkt, so dass ich nicht zu viele unnötige Dinge mitnehmen kann, zum zweiten ist ein Rucksack besser zu handhaben, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist. Er passt auch mal unter meinen Sitz, so dass ich ihn direkt in meiner Nähe habe. Und für mich als Nutzerin eines Blindenlangstocks hat es noch den Vorteil, dass ich trotz Stock in der rechten Hand, eine Hand frei habe. Das macht Sinn, wenn man die Tür eines Bahnabteils öffnet oder einen Kaffeebecher in der Hand hält.
Ein großes Thema sind die Kleidungsstücke, die man mitnehmen möchte. Erst recht, wenn nicht klar ist, auf welche Wetterlage man sich einstellen soll. Für solche Fälle liebe ich das Zwiebelprinzip. Kurzärmliche Oberteile, und langärmelige Oberteile oder Jacken zum Drüberziehen. Wenn ich dann Röcke oder Hosen auswähle, mit denen ich mehrere Oberteile kombinieren kann, spart das Platz.
Ein weiteres großes Thema sind Kosmetika und Artikel zur Körperpflege. Die großen Flaschen nehmen nur unnötig Platz weg. Den Bedarf für ein paar Tage kann man in kleine Reisegrößen umfüllen, die man in einer kleinen Tasche oder  Gefrierbeutel verstaut. Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, für den halten Drogerien entsprechende Produkte bereit. Auf diese Weise verfahre ich auch mit Medikamenten. Wenn ich nur vier Tage lang unterwegs bin, brauche ich nicht die ganze Packung mitzunehmen. Es gibt kleine Behälter für Tabletten zu kaufen, in denen man seinen Bedarf an Medikamenten für ein paar Tage verstauen kann. Auch die Mitnahme von Handtüchern und Bettwäsche ist unnötig. Entweder wird das von der Unterkunft gestellt, oder ist gegen eine Leihgebühr vor Ort zu bekommen, auf diese Weise lässt sich Platz und Gewicht einsparen.
Es ist lästig, wenn man erst den Rucksack vom Rücken nehmen muss, um an seinen Geldbeutel oder andere wichtige Dinge zu kommen. Diese Dinge verstaue ich gern direkt am Körper, in einer Hosentasche oder in der Jacke, alternativ geht auch eine Bauchtasche. Diese gibt es in allen möglichen Varianten. Das bietet mir den Vorteil, dass ich alles Wichtige sofort greifbar habe. Denn etwas suchen, wenn man gerade Zeitdruck hat, ist eine Art von Stress, den ich nicht haben möchte.
Als meine Kinder jünger waren, bin ich mit einem großen Koffer gereist. Denn da passte alles rein, was wir für den Urlaub brauchten. Dabei war es für mich wichtig, dass der Koffer so gepackt war, dass er von alleine stehen blieb, wenn ich ihn mal los ließ. Außerdem klärte ich ab, ob es am Urlaubsziel eine Waschmaschine gab. Auch das hilft dabei die Kleidermenge zu reduzieren. Alternativ hatte ich ein Reisewaschmittel dabei. Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft auch mal etwas von Hand zu waschen, und natürlich eine Möglichkeit Wäsche zu trocknen.
Wichtig ist, dass man sein Gepäck gut handhaben kann. Denn sonst könnte es stressig auf der Reise werden.

Das war jetzt mal ein bisschen was aus meinem Erfahrungsschatz. Habt Ihr noch weitere Tipps für platzsparendes Packen? Dann schreibt sie in die Kommentare.

Blind am PC arbeiten, anders oder gleich

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Der PC spielt in meinem Leben eine bedeutende Rolle. Ich arbeite zwar weder im IT-Bereich, noch irgendwo anders in der Computerbranche. Dennoch ist der PC für mich eines meiner wichtigsten Hilfsmittel im Alltag. Im Grunde ist er ebenso wichtig wie meine erste Tasse Kaffee am frühen Morgen, ohne die ich normalerweise keinen Tag vernünftig beginne.
Mein erster PC war tatsächlich so ein großes Teil mit Gehäuse, welches man nicht einfach so mitnehmen konnte. Damit war mein Schreibtisch immer vollgestellt. Denn nicht nur der Bildschirm, die Tastatur und der PC mussten darauf Platz finden, sondern auch ein Drucker und ein Scanner. Links und rechts vom Bildschirm kam noch je ein kleiner Lautsprecher für die Sprachausgabe. Eine Braillezeile kam so unter die Tastatur, dass ich mit den Händen einen möglichst kurzen Weg von der Tastatur zur Brailleschrift hatte. Wenn ich Platz auf meinem Schreibtisch haben wollte, musste ich den Rechner irgendwie unter den Tisch platzieren.
Später ersetzte ich den großen Rechner durch ein Notebook, wodurch ich nicht nur Platz auf dem Schreibtisch sparte, sondern auch ein mobiles Gerät hatte. Der PC ist mein Schreib- und Lesegerät. Im Gegensatz zu nicht blinden Computernutzern schreibe ich alles das über den PC auf, was sehende Personen mit einem Stift und Notizbuch festhalten. Wenn ich das mache, wird es ziemlich unleserlich. Vor Allem aber kann ich meine eigene Handschrift nicht mehr lesen. Daher tue ich mir und anderen den Gefallen alles mit dem PC aufzuschreiben. Das passiert mittels einer herkömmlichen Tastatur. Auf den Schulen für blinde Kinder ist das Beherrschen der Zehnfingertastatur ein Pflichtfach. Damit kann ich auf jedem PC mit fühlbaren Tasten schreiben. Nur bei Sondertasten muss ich mir einmal erklären lassen, wo diese liegen, da ich die Symbole und Beschriftung nicht sehen kann

Sprachausgabe.

Auf dem PC läuft eine Software im Hintergrund, die Veränderungen auf dem Bildschirm bzw. Tastatureingaben abgreift, und diese für mich wahrnehmbar macht. D. h. die Buchstaben, Sonderzeichen oder Wörter werden gesprochen. Ich kann einstellen wie genau ich die Eingabe auf der Tastatur gesprochen haben will. Gleiches gilt auch für eine Datei, die ich zum Lesen öffne. Ich kann einstellen was ich genau hören möchte. Denn es macht einen Unterschied, ob ich Fließtext höre, oder eine Excel Tabelle. Diese Programme nennt man Screen Reader.

Braillezeile

Gerade wenn ich einen Text Korrektur lese, brauche ich ihn buchstäblich unter den Fingern. Dafür gibt es die Braillezeile. Diese zeigt einen Ausschnitt in Brailleschrift, den ich beliebig über den Bildschirm verschieben kann. Denn manche Fehler hört man mit der Sprachausgabe nicht, während man sie in einer eins zu eins Übertragung auf der Braillezeile fühlt.
Wenn man vernünftig arbeiten möchte, braucht man einen Screen Reader, der die Informationen in Echtzeit liefert. Und da dieser Ressourcen braucht, ist es wichtig, dass mein PC die entsprechende Leistung und Arbeitsspeicher mitbringt.

Wie kommt das Geschriebene auf das Papier?

Wenn ich meine Briefe oder Notizen in meiner Textverarbeitung geschrieben habe, schicke ich diese an meinen Drucker. Die Wahl des Ausgabegeräts ist hier Geschmacksache. Für mich ist allerdings wichtig, dass ich diesen durch fühlbare Tasten bedienen kann. Mit einem Touchdisplay welches in der Regel nicht spricht, kann ich nichts anfangen.

Dokumente und Briefe.

Auch der Scanner steht nicht nur zur Dekoration auf meinem Schreibtisch. Ihn benutze ich, wenn ich gedruckte Briefe bekomme, welche ich einscanne, über eine OCR-Software laufen lasse, und diese dann in Sprache oder Brailleschrift umwandeln lasse. Denn viele Ämter, Krankenkassen oder andere Institutionen kriegen es nicht hin mir ein Schreiben auf elektronischem Weg zukommen zu lassen. Datenschutz ist hier das Totschlagargument gegen Barrierefreiheit für blinde Computernutzer. Vielleicht sollte ich ihnen meine Antworten künftig in Brailleschrift zuschicken.
Den Scanner nutze ich aber auch gern, um mir Dokumente unter einem sprechenden Namen zu archivieren, oder per E-Mail zu verschicken. Früher habe ich das auch schon mal genutzt, um eine handschriftliche Mitteilung oder Ankreuzformular einem Freund zu schicken, der mir dann die Angaben abschrieb, und per E-Mail zurück schickte. Denn Handschrift wird noch immer von keinem OCR-Programm zuverlässig erkannt. Genauso wenig wie die Ankreuzformulare meiner Krankenkasse. Wenn ich heute solche Dokumente habe, geht es schneller, wenn ich ein entsprechendes Foto über mein Smartphone mache, und es verschicke.

Fazit.

Für blinde Computernutzer, die überall in der Lage sein wollen, sich etwas zu notieren, ist ein portabler Computer unerlässlich. Meiner steht in einer Dockingstation. Damit ich nicht jedes Mal, wenn ich ihn mitnehme das gesamte Equipment neu verkabeln muss. Denn wenn ich unterwegs bin, dann reichen mir der PC und ggf. meine Braillezeile.
Im vergangenen Jahr habe ich die Brailleeingabe auf dem iPhone für mich entdeckt. Damit kann ich überall schnell und sicher schreiben. Das hat mich etwas unabhängiger von meinem PC gemacht, den ich allerdings gern zuhause für die Feinarbeit benutze. Für das Smartphone spricht jedoch, dass es besser in meine Handtasche passt. Den PC nehme ich nur noch dann mit, wenn ich längere Zeit unterwegs bin. Ansonsten tut es das Smartphone. Wenn ich weiß, dass ich längere Texte schreiben muss, nehme ich eine Tastatur mit, die sich mit meinem mobilen Gerät koppeln lässt. Gepaart mit einer Braillezeile bin ich bestens ausgerüstet.