Ordnung – Tipps nicht nur für Blinde

Lydia steht an einem vollen Wäscheständer, auf dem ein Korb mit Socken steht.

Wie ordentlich sind blinde Menschen? Diese Frage begegnet mir immer wieder. Und um eben diese Frage ranken sich einige Klischees. Diese bewegen sich zwischen Blinde brauchen immer jemanden, der ihnen permanent ihre Sachen finden hilft, und Blinde sind total ordentlich. Und irgendwo dazwischen finde ich mich wieder.
Das Thema Auffindbarkeit spielt im Alltag von blinden Menschen eine bedeutende Rolle. Wenn ich etwas nicht auf Anhieb finden kann, verliere ich wesentlich mehr Zeit als ein nicht blinder Mensch. Denn was dieser mit einem Blick erfassen kann, muss ich mir mit den anderen Sinnen erschließen. Und das dauert länger. Aber es gibt ein paar Tricks, mit dem man sich nicht nur als blinde Person das Leben erheblich leichter, und damit auch stressfreier machen kann.
Wie oft suchen wir Schlüssel, Handy oder Geldbeutel. Das vermeidet man, wenn diese Gegenstände einen festen Platz bekommen. Am besten sucht man sich den Platz aus, an welchem sie benötigt werden. Ein Hausschlüssel könnte an einem Schlüsselbrett oder Haken in der Nähe der Haustür hängen, oder seinen festen Platz in der Handtasche haben, die man ohnehin ständig mitnimmt. Ebenso halte ich es mit dem Mobiltelefon oder dem Geldbeutel. Diese Gegenstände haben einen festen Platz. Genauso wie meine Brille. So spare ich Zeit, wenn ich das Haus verlassen muss. Ich kann gezielt nach den Gegenständen greifen, und spare damit wertvolle Zeit. Beispielsweise steht mein Blindenstock immer direkt an der Haustür. So kann ich gezielt nach ihm greifen, wenn ich das Haus verlasse.
Ein leidiges Thema bei der Wäsche sind die vielen Socken, die sich als Einzelstücke ansammeln. Socken sortieren ist eines der Arbeiten, die mich echt stressen. Ich kann zwar unterscheiden, ob sie fühlbar zusammenpassen, nicht aber mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit. Der Handel von Hilfsmitteln für Sehbehinderte hält hier Geräte bereit, die einem die Farbe ansagen können. Allerdings finde ich sie bei gemusterten Socken etwas unzuverlässig. Und es dauert mir einfach zu lang jede einzelne Socke zu scannen und zuzuordnen. Irgendwann habe ich Sockenringe für mich entdeckt. Damit lassen sich Sockenpaare vor dem Waschen aneinander befestigen. In der Regel bleiben sie auch nach dem Waschgang zusammen, und können gemeinsam am Ring aufgehängt werden. Das setzt voraus, dass man die Socken nach dem Ausziehen ineinander steckt. Dann kann auch ich sie mühelos zuordnen.
Besonders wichtig finde ich eine gewisse Ordnung in der Küche. Ich gehöre zu denen, die sich nicht vor dem Kochen stundenlang alles vorbereiten. Stattdessen lege ich Wert darauf, dass die Sachen an ihrem gewohnten Platz stehen. Und wenn nicht, dann heißt es überlegen welchen Weg der Topf, mein Lieblingsmesser oder das Salz genommen hat. Und hier hilft mir meine Erfahrung mit den Gewohnheiten meiner Familienmitglieder. Meistens beschränkt sich die Suche auf wenige Stellen im Haus. Das Fragen erübrigt sich, da solche Dinge nur dann passieren, wenn ich allein daheim bin. Meistens findet sich der Gegenstand irgendwie wieder, oder ich zaubere besagten Plan B her.

In diesem Zusammenhang möchte ich Euch meinen Beitrag Deine Ordnung ist mein Chaos ans Herz legen, den ich zu Beginn meiner Zeit als Bloggerin geschrieben habe.

Und jetzt wünsche ich Euch einen guten Austausch in den Kommentaren.

So beherrsche ich mein Gewürzregal

Lydia steht vor einem Gewürzregal mit unterschiedlichen Behältern

In meiner Küche steht ein Gewürzregal mit allerlei Behältern. Als ich die Beschriftungen noch lesen konnte, habe ich darauf geachtet nur Gewürzbehälter zu kaufen, die eine helle Beschriftung auf dunklem Hintergrund hatten. Denn diese konnte ich noch eigenständig und schnell lesen. Und solange ich die Küche nur alleine benutzt habe, war auch eine gewisse Sortierung gegeben. Seither haben sich einige Dinge geändert. Einmal kann ich diese Beschriftung nicht mehr, oder nur mit großer Anstrengung lesen, und zum zweiten nutzen auch meine Kinder die Küche mit. Und ich war es einfach leid eine Sortierfolge einzuhalten, wenn ich mich sowieso vor dem verwenden eines Gewürz vergewissern musste, dass es auch das war, welches ich haben wollte. Hier mussten also andere Lösungen her.
Einige wenige Gewürze haben einen Behälter mit einer markanten Form. Diesen finde ich auf Anhieb wieder. Sind es zwei oder drei Behälter, so habe ich mir auch schon mal mit unterschiedlichen Markierungen geholfen. Hier bewähren sich Haargummis, oder andere elastische Materialien, die man einfach anbringen kann. Ebenso geht auch mal ein Klebestreifen. Auch diesen gibt es mit unterschiedlich fühlbarer Struktur. Ebenso hält auch der Fachhandel für Blindenhilfsmittel Punkte bereit, die man auf dem Behälter anbringen kann. Allerdings funktioniert das nur bei Behältern, die garantiert nicht mit Wasser in Berührung kommen. Ebenfalls aus dem Fachhandel stammen Markierungsbänder, die sich dadurch unterscheiden, dass sie unterschiedliche Strukturen haben, wie Dreiecke, Vierecke oder Kreise. Diese dürfen auch mal feucht werden, und vertragen auch Temperaturschwankungen zwischen Kühlschrank und Spülmaschine.
Bei Gewürzen, die ich neu im Sortiment habe, scanne ich den Barcode mit dem iPhone ein. Die App greift auf eine Datenbank zu, die mir dann die vorhandenen Infos per Sprachausgabe sagt. Findet die App das Produkt nicht, dann lasse ich mir mit einer anderen App den Text über eine Texterkennung vorlesen. Die entsprechenden Apps habe ich in die iPhone Kamera als Alltagshelfer etwas ausführlicher beschrieben. Damit lässt sich der Einkauf auch ohne fremde Hilfe sortieren. Während ich koche, verwende ich diese Methode nur selten, da mir das nicht schnell genug geht. Erst recht nicht, wenn ich klebrige oder nasse Hände habe. Dafür habe ich eine für mich bessere Lösung gefunden.
Bei den Gewürzen in Behältern, die sich nur optisch unterscheiden, habe ich mich für eine Beschriftung in Braille entschieden. Dafür verwende ich durchsichtiges Dymoband. Dieses wird unter die Beschriftung für normal sehende Nutzer angebracht. Auf diese Art finde ich Gewürze sehr schnell wieder, ohne sie öffnen und daran riechen zu müssen. Das kann bei bestimmten Gewürzen nämlich ziemlich unangenehm werden.
Sind die Behälter leer, fülle ich sie erneut auf. Dadurch spare ich mir das erneute Beschriften. Denn das finde ich etwas zeitaufwändig zu erstellen.
Für die Personen, die noch etwas mehr sehen, könnte man auch mit einer kontrastreichen Beschriftung experimentieren, die größer als die normale Beschriftung ist. Helle, große Schrift auf dunklem Hintergrund wirkt manchmal Wunder.

Die von mir vorgestellten Lösungen können nicht nur auf das Gewürzregal angewandt werden. Auch Putzmittel, Medikamente oder CDs kann man sich auf diese Weise markieren.

Das waren jetzt nur ein paar Lösungsvorschläge. Diese erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher bin ich gespannt auf Eure Ideen und Vorschläge.

Die iPhone Kamera als Alltagshelfer

Lydia sortiert ihren Einkauf mit Hilfe des Smartphone

Die Kamera des iPhone als Alltagshelfer

Für mich als blinde Nutzerin eines iPhone ist eine gute Kamera wichtig. Dabei geht es nicht darum besonders gute Landschafts- oder Katzenbilder aufzunehmen. Vielmehr geht es bei mir um Texte, die ich mit Hilfe der Kamera lesen kann, Produkte die erkannt werden und noch einige Funktionen mehr, die ich Euch im Einzelnen vorstellen möchte.
Ein kleiner Allrounder ist die App Seeing AI von Microsoft Corporation. Sie erkennt Texte in Echtzeit. Ich kann also die Kamera in eine Richtung halten, und bekomme alles an Text vorgelesen, dessen die Kamera habhaft werden kann. Wenn also mein Screen Reader am PC etwas nicht ausspricht, oder der PC sich aufgehängt hat, kann ich mit dem Smartphone den Bildschirminhalt auslesen. Das erfordert allerdings etwas Übung. Denn sobald man die Hand etwas bewegt, fängt das Teil erneut an zu lesen. Doch die App kann noch mehr, nämlich ganze Seiten scannen und vorlesen, oder Barcodes von Produkten auslesen. Auch lassen sich Geldscheine erkennen. Für ganz blinde Nutzer kann die App sogar erkennen, ob das Licht an oder ausgeschaltet ist. Die App wird stetig erweitert. Und seit ein paar Tagen hat sie auch eine deutschsprachige Nutzerführung.
Die App barcoo – QR & Barcode Scanner von barcoo UG erkennt Produkte anhand des Barcodes. Damit lässt sich gut der Großeinkauf sortieren, oder die Infos über eine gekaufte CD abrufen. Der Erfolg hängt von der Datenbank ab, auf welche die App zugreift.
Der Voice Dream Scanner von Voice Dream LLC ist ebenfalls eine App zum Scannen von Dokumenten. Diese punktet vor Allem dadurch, dass man auch die Aufschrift auf Gegenständen erkennen kann, die nicht so ganz gerade sind. Dazu gehören Beschriftungen auf Konservendosen, Gefriergut in Plastiktüten oder andere abgerundete Gegenstände. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese App ohne Internetverbindung arbeiten kann.
Der Voice OCR Document Reader von Shalin Shah ist ebenfalls eine App zum Scannen und vorlesen von Texten. Was sie besonders macht ist, dass diese App in der Lage ist Handschrift zu erkennen. Es ist bisher die einzige mir bekannte App, die so gute Ergebnisse liefert. Damit kann ich mir also herumliegende Zettel zugänglich machen. Folglich kann ich also auch ohne Hilfe die Entscheidung „Ist das wichtig, oder kann das weg“ treffen.
Bei der Texterkennung ist es wichtig, dass die App erkennt, ob man die Kamera exakt auf den Text gerichtet hat. Das geschieht mit Hilfe eines Tons. Und es braucht ein bisschen Übung und eine ruhige Hand, damit das zuverlässig funktioniert. Für den Hausgebrauch kann man also freihändig arbeiten. Geht es aber um präzises Arbeiten, dann macht ein Ständer Sinn, auf den man das Smartphone mit der Kamera zum Blatt hinlegen kann.
Selfies sind nicht nur bei Jugendlichen beliebt. Die App SelfieX von Vito Technology Inc. Spricht mit mir und macht das Selfie selbständig, wenn das Gesicht im Focus gut sichtbar ist. Was für viele lediglich eine Spielerei ist, könnte hier eine Hilfe sein. Wenn ich also wissen möchte, ob die Haarspange oder die Frisur zu mir passt, kann ich ein Selfie machen, und dieses an eine Person meines Vertrauens schicken.
Es gibt Situationen, die sich nicht mit Hilfe eines Fotos auflösen lassen. Hier liebe ich die App Be My Eyes – Helping blind see von Be My Eyes. Mit ihr kann ich mir per Video Chat sehende Hilfe holen, die durch meine Kamera schauen und meine Frage beantworten kann. Wenn mir also beim Kartoffelschälen eine Kartoffel von der Arbeitsplatte auf den Fußboden kullert, kann ich mir aussuchen, ob ich diese selbst suche, oder mir dabei helfen lasse. In großen Räumen ist das eine große Zeitersparnis. Die App greift auf ein weltweites Netzwerk registrierter Helfer zurück, die sich zu diesem Zweck registriert haben. Die App gibt es inzwischen in vielen Sprachen. Und mitmachen kann jeder, der ein Smartphone bedienen kann.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist lediglich eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.

Und jetzt freue ich mich auf einen Meinungsaustausch in den Kommentaren.

Waschmaschine blind bedienen

Waschmaschine mit fühlbaren Bedienelementen

Nachdem sich 2016 meine Waschmaschine für immer verabschiedet hatte, stellte sich die Frage nach einer Nachfolgerin. Ein normal sehender Kunde geht hierfür in das Geschäft seines Vertrauens, und sucht sich die Maschine aus, die ihm und seinem Geldbeutel gefällt. Fertig! Nicht so bei mir. Ich tourte durch die einschlägigen Märkte, die Haushaltsgeräte vertreiben und suchte zunächst einmal nach Geräten, die ein gewisses Maß an Barrierefreiheit aufwiesen. Für mich persönlich heißt das, dass die Bedienelemente tastbar sein müssen. Dazu gehören drehbare Regler, die im Idealfall bei jedem Programm einrasten, oder fühlbare Knöpfe, die bestimmte Funktionen auslösen, und bei denen man spürt, dass man irgendwo draufgedrückt hat. Und hier bekam ich den Schrecken meines Lebens. Denn die meisten Waschmaschinen verfügten über ein Display gesteuertes Bedienfeld. Keine Sprachausgabe, keine fühlbaren Bedienelemente, keinerlei akustische Rückmeldung. Solche Geräte fand ich in Geschäften, die gebrauchte Geräte verkauften. Meist handelte es sich um ältere Modelle, die auch noch alles andere als sparsam waren.
Ich weiß nicht mehr wie viele Geschäfte wir besuchten bis ich eine Waschmaschine fand, die einen drehbaren Regler für die Programme hatte und verschiedene Knöpfe, die für Funktionen wie Drehzahl beim Schleudern, Temperatur oder Timer zuständig waren. Es handelte sich um einen Rückläufer, und war daher noch nicht so alt. Damit hatte ich also meine sparsame Waschmaschine gefunden. Für mich war es eine Art Kompromiss, da ich die Programme über ein Display sehen konnte. Denn diese waren mit heller Schrift auf dunklem Hintergrund und großgeschrieben.
Der sehende Bekannte, der mir die Maschine angeschlossen hat, meinte es gäbe keine Regelmäßigkeit bei den Einstellungen. Denn dann hätte ich diese auch im Blindflug bedienen können. Und da der Händler dieselbe Meinung vertreten hatte, habe ich das in den letzten Jahren nicht weiter hinterfragt.
Inzwischen hat sich mein Sehen so stark verändert, dass ich die Anzeige nicht mehr richtig erkennen kann. Daher stellte sich mal wieder die Frage nach einer bedienbaren Waschmaschine. Und so fragte ich mal wieder in meinen Netzwerken nach. Die Maschine, die immer wieder als Gerät für Sehbehinderte Nutzer angepriesen wird, gefällt mir nicht. Und ich wollte einfach nicht glauben, dass die Ausbeute so gering ist.
Aus der Verzweiflung heraus bat ich meinen Mann darum sich unsere Waschmaschine noch mal vorzunehmen. Vielleicht konnte man doch irgendeine Regelmäßigkeit feststellen. Irgendetwas, das es mir möglich machte, sie weiterhin buchstäblich im Blindflug zu bedienen. Und siehe da, es geht. Wir haben rausgefunden, dass sie tatsächlich nach dem Einschalten immer auf dem Programm für Baumwolle mit dessen Voreinstellungen steht. Ich weiß inzwischen wie oft ich den Regler in welche Richtung drehen muss, um mein geliebtes Pflegeleicht zu erreichen. Damit kann ich erst mal wieder selbständig waschen. In den nächsten Tagen werden wir uns diese Waschmaschine Programm für Programm erarbeiten und aufschreiben. Das ist zwar einmal viel Arbeit, aber nach und nach werde ich das auswendig können, und damit meine Waschmaschine wieder eigenständig beherrschen.

Ich hätte mir viel Leid und Grübeln ersparen können, wenn ich die Meinung der beiden sehenden Ratgeber hinterfragt hätte. Aber gut, jetzt weiß ich es besser. Und ich bin einfach nur dankbar dafür, dass ich meine Waschmaschine noch ein bisschen behalten darf. Sehen wird eben manchmal doch überbewertet.

Haushaltsgeräte blind bedienen

Lydia beim Einstellen der Waschmaschine

1996 zog ich in eine eigene Wohnung. Und zum ersten Mal stellte sich die Frage nach dem Kauf einer Waschmaschine. Also fuhr ich mit einem Bekannten in ein entsprechendes Geschäft, suchte mir ein Gerät aus, welches mein Bankkonto genehmigte, und welches mir gefiel, und fertig. Die Maschine hatte zwei Drehregler, einen für die Temperatur und einen für die Schleuderzahl. Und dann waren noch ein paar Knöpfe, die man für Vorwäsche, Kurzwaschgang usw. drücken konnte.
Als ich heiratete, zog eine Spülmaschine bei uns ein. Diese hatte einen Drehregler, mit dessen Hilfe man das Programm festlegen konnte. Dieser hatte eine fühlbare Struktur, so dass ich das „gewünschte Programm“ selbst einstellen konnte.
So ähnlich war auch mein Herd beschaffen, der mich viele Jahre begleitet hat. Er besaß vier Kochplatten, die jeweils einen Drehregler hatten. Und zwar so, dass eine eindeutige Stellung für die jeweilige Temperatur erkennbar war. Ich brauchte also nicht zu sehen, um ihn gezielt einzustellen. Ebenso hatte der Backofen zwei Regler. Der eine legte die Backtemperatur fest, der andere schaltete zwischen Heißluft usw. um.
Unsere Mikrowelle hatte drei Regler, die man drehen konnte. Einen für die Power, einen für die Zeit, und einen, um das Programm einzustellen. Anfangs brachte ich fühlbare Pfeile aus Dymoband an. Später brauchte ich diese nicht mehr, weil ich das Gerät sehr gut kannte.
2005 brauchten wir eine neue Waschmaschine. Jetzt sah die Suche ganz anders aus. Auf der Suche bekam ich viele Maschinen zu sehen, die Menügesteuert waren, keine eindeutigen Knöpfe hatten, oder andere Tücken hatten. Damals kannte ich einen Händler, der gebrauchte Geräte aufarbeitete und verkaufte. So bekam ich noch eine Maschine, die ich eigenständig bedienen konnte, und die für einen guten Preis zu haben war. Ähnlich schwer gestaltete sich ein paar Jahre später die Suche nach einer Spülmaschine, die ohne eine displaygeführte Steuerung auskam.
Als meine Waschmaschine vor zwei Jahren unerwartet das Zeitliche segnete, stand ich vor einem echten Problem. Woher sollte ich eine Waschmaschine bekommen, die ich bedienen konnte? Die meisten neuen Modelle arbeiten mit einem Menü oder mit Tasten, die nicht fühlbar sind, oder auf bloße Berührung reagieren. Es gibt nur wenige Hersteller, deren Geräte für blinde Menschen bedienbar sind. Und so dauerte die Suche etliche Tage, bis ich eine Waschmaschine gefunden hatte.
Während ich mir 1996 die Maschine nach Preis und Geschmack aussuchen konnte, habe ich heute, mehr als 20 Jahre danach, nur eine eingeschränkte Auswahl. Dieses Problem zieht sich durch alle möglichen Haushaltsgeräte. Ich kann also nicht einfach in ein Küchenstudio, einen Baumarkt oder Fachgeschäft für Haushaltsgeräte gehen, mir eines aussuchen und gut. Für mich spielt in erster Linie die Zugänglichkeit zu den Funktionen eine entscheidende Rolle.
Für mich sind Geräte mit eindeutig zugeordneten Funktionen wichtig. Wenn ich den Knopf X drücke, löse ich eine bestimmte Funktion aus. Wenn der Regler mit der Spitze nach oben steht, habe ich das Programm XY angewählt. Und wenn ich die Maschine einschalte, stehen alle Regler auf derselben Stellung, die ich mir einmal einpräge.
Eine Alternative für mich ist eine Bedienung durch ein Smartphone. Diese setzt aber voraus, dass die entsprechende App barrierearm programmiert wurde, und somit von einem Screen Reader ausgelesen werden kann.

Mit diesem Text nehme ich an der Blogparade der Bloggerkollegen von Anders und doch gleich zum Thema Wie Technik mein Leben verändert teil. Zu diesem Thema habe ich bereits den Beitrag Wie Technik mein Leben verändert hat geschrieben.

Und wie sehen Eure Haushaltsgeräte aus? Haben sie drehbare Regler, eine Menüsteuerung oder Tasten, die sofort auf Berührung reagieren? Schreibt das einfach mal in die Kommentare.