Kategorien
Alltag Allgemein unterwegs

Fasst uns nicht ungefragt an

U-Bahnstation Frankfurt Südbahnhof. Es ist Samstagmittag, und ich warte auf meine U-Bahn. Als sie einfährt suche ich mit dem Stock die Tür, indem ich an der Bahn entlangfahre. Ah, da ist sie. Ich bleibe kurz stehen, weil ich hören will, ob jemand in der Tür steht. Dann strecke ich meinen Blindenstock aus, um einzusteigen. Bevor ich das machen kann, kommt eine Hand aus dem nichts, hält mich mit festem Griff am Arm und schiebt. Ich verdanke es meinen guten Reflexen, dass ich nicht vornüberfalle. Ich drehe mich um, befreie mich aus dem Griff und sage der Person, die noch kein Wort zu mir gesprochen hat, dass sie mich erschreckt hat. „Ich wollte doch nur helfen“, sagt sie etwas beleidigt. Jetzt erst höre ich, dass es sich um eine Frau handelt. Ich sage ihr, dass man fremde Menschen nicht ungefragt anfasst. Daraufhin knurrt sie etwas wie „Ich wollte nicht, dass Sie stolpern“. Und weg ist sie.
Solche und ähnliche Situationen erlebe ich beinahe täglich. Für mich heißt das, dass ich schon in eine Art Habachtstellung gehe, wenn ich irgendwo ein- oder aussteige. Ich rechne ständig mit unangekündigten, übergriffigen Berührungen, die mir das Leben angeblich erleichtern sollen. Dabei nervt es dermaßen.
Wenn ich beim Einsteigen meinen Stock ausstrecke, ertaste ich damit wie hoch die Bahn oder der Bus ist, ob es einen Spalt zwischen Bahn und Bahnsteigkante gibt, oder ob ein Hindernis vor mir liegt. Beim Aussteigen verfahre ich ähnlich. Diese Dinge gehören zur Ausbildung im Umgang mit dem Blindenstock. Im Grunde ist das Ein- und Aussteigen einfach eine Technik gepaart mit Konzentration. Das Tasten mit dem Stock liefert mir zuverlässige Informationen. Dieser Prozess wird gestört, wenn ich irgendwohin geschoben, gezogen oder gar am Stock geführt werde. Letzteres fühlt sich an als würde man einen Brillenträger an der Brille irgendwohin ziehen, und dabei die Gläser zuhalten.
Ein erwachsener Mensch, der mit einem Blindenstock unterwegs ist, weiß was er tut. Es besteht also keine Notwendigkeit ungefragt tätig zu werden. Wenn Ihr dennoch der Ansicht seid helfen zu wollen, dann sprecht die Person an. Ein Satz wie „Brauchen Sie Hilfe“, „Darf ich helfen“ oder „Kommen Sie zurecht“ sind gute Beispiele. Auf diese Weise behandelt Ihr den Menschen wie eine erwachsene Person. Wenn mich jemand so anspricht, kann ich die Person einordnen. Und ganz wichtig, ich kann ihr sagen wie sie mir am besten helfen kann. Kommt aber aus dem Nichts eine Hand an meinen Körper, weiß ich erst mal nicht, ob das Freund oder Feind ist. Denn ich sehe die dazugehörige Person nicht.
Und jetzt noch ein paar Worte an die Menschen, die Menschen mit Behinderung gern mal Undankbarkeit vorwerfen, nur weil sie die aufgedrängte Hilfe ablehnen. Dankbar bin ich den Menschen, die in mir nicht nur die „Blinde“ sehen, sondern eine erwachsene Frau, die sich mit der Hilfe eines Blindenstocks orientiert. Menschen, die nicht nur die Perspektive „Wenn ich sehend die Augen zu mache, sehe ich nichts“ sehen, sondern akzeptieren, dass es auch andere Möglichkeiten gibt sich zurechtzufinden.
Wenn Ihr mir was Liebes tun wollt, verbreitet das. Helft mir und anderen Menschen mit Sehbehinderung dabei nicht ständig Opfer übergriffiger Menschen zu werden.

Eure Lydia

Kategorien
Allgemein Alltag Bildung unterwegs

4 wirksame Tipps einen Blinden zu stressen – Teil 3

Zunächst möchte ich mich für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinen Beiträgen Vier wirksame Tipps einen blinden zu Stressen Teil 1 und vier wirksame Tipps einen Blinden zu stressen Teil 2 bedanken. Ich habe mich ebenso über die vielen Anregungen zu weiteren Beiträgen gefreut.
Heute wollen wir uns mal ganz auf das Thema Straßenverkehr konzentrieren. Mit viel Phantasie und Kreativität kann man hier einen Blinden richtig gut und effektiv stressen.
Mobile Straßenschilder sind ein bewährtes Mittel temporäre Gegebenheiten anzuzeigen. Damit der Blinde sie bloß nicht übersehen kann, ist es besonders wichtig diese in den direkten Laufweg des Blinden zu stellen. Besonders geeignet sind Straßenränder, die gern von Blinden zur Orientierung genutzt werden. Hier kann der Blinde sie nicht verfehlen. Gibt es keine direkte Hauswand in der Nähe, so stellen sie das Schild mitten auf den Gehweg. Und zwar so, dass es kein unbemerktes Vorbeikommen gibt. Dann haben auch die Menschen etwas davon, die ein eingeschränktes Gesichtsfeld haben, und noch keinen Blindenstock benutzen müssen.

Sie planen und betreuen eine Baustelle, die den Gehweg betrifft? Dann ist es ganz wichtig nur mittels Straßenschildern darauf hinzuweisen. Denken Sie dran, dass Baugerüste über Brusthöhe fühlbar sind, unten aber absoluter Leerraum ist. Und ganz wichtig, sobald sie einen Blinden herannahen sehen, geben Sie ihm ungefragt Richtungsanweisungen. Das dürfen Sie gern mit ihren Kollegen im Wechsel tun. Die Richtungsangaben wie rechts oder links dürfen sie gern ausknobeln. Gibt es kein Baugerüst oder andere Hindernisse auf dem Gehweg, dann stellen Sie direkt in der Nähe des Blinden einen Presslufthammer oder anderes lautes Gerät an. Lassen Sie sich nicht durch das Zusammenzucken des Blinden aus der Ruhe bringen. Schauen Sie genüsslich dem Blinden dabei zu wie er sich durch den akustischen Lärmterror seinen Weg sucht.
Sie fahren einen Linienbus? Prima, dann haben auch Sie viele Möglichkeiten einen Blinden in Stress zu versetzen. Sehen Sie einen Blinden an einer Bushaltestelle stehen, dann fahren Sie mit dem Vordereinstieg so weit nach vorne, dass der Blinde zwischen beiden Türen steht. Er wird versuchen die vordere Tür zu erreichen, um Sie nach der Buslinie zu fragen. Je mehr Bäume oder Poller auf der Strecke bis dahin stehen, desto effektiver ist ihre Maßnahme. Ist er nun vorne angekommen, und fragt nach der Buslinie, müssen Sie nicht darauf antworten. Sagen Sie einfach Sätze wie „Steht doch drauf, oder „Wohin wollen Sie“. Auch ein „Steigen Sie ein“ ist in Ordnung. Wenn Sie die Möglichkeit haben die Haltestellenansage leise oder auszustellen, nutzen Sie das. Schließlich hat der Bus eine optische Anzeige.
Sie entscheiden als Stadtplaner die Installation einer Fahrradstraße? Gut, dann ist es auch für Sie sehr einfach einen Blinden in Stress zu versetzen. Sie brauchen nur dafür zu sorgen, dass derselbe Weg von Fahrrädern und Fußgängern gleichzeitig genutzt werden darf. Bei getrennten Wegen ist es besonders wichtig einen einheitlichen Straßenbelag mit kontrastarmen Unterscheidungsmerkmalen zu wählen. Vor Allem an befahreneren Straßen erzielen Sie durchschlagende Erfolge.

Das waren meine Anregungen von heute. Ich freue mich, wenn Ihnen diese Tipps im Zusammenleben und Stressen blinder Fußgänger weiterhelfen. Lassen Sie Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen an Ihren neuen Erkenntnissen teilhaben. Und wenn Sie weitere Ideen zum Stressen eines Blinden haben, dann schreiben Sie diese in die Kommentare. So haben alle was davon.

Kategorien
Allgemein Alltag unterwegs

Fragen und Antworten zum Blindenstock

Es ist Samstagmittag, als ich an der Station Frankfurt Süd in die U-Bahn steigen will. Mit dem Stock taste ich nach dem Eingang der Bahn und ob jemand vor mir ist. Eine Frau drängelt sich an mir vorbei, und tritt so auf den Stock, dass er mir aus der Hand gerissen wird, und an einer Stelle komplett durchgebrochen ist. Als ich die Dame darauf aufmerksam mache, erklärt sie mir, dass ich ihr den Stock ja zwischen die Beine geschoben habe. Mehr interessiert sie nicht. Ebenso wie die anderen Fahrgäste. Zwei Stationen weiter merke ich, dass ich so nicht weiterkomme und dass es ratsamer ist wie geplant hier umzusteigen. Ich bin ortskundig und es gibt hier Leitstreifen, die mir in meinem geschockten Zustand weiterhelfen können. Ich steige in meine geplante Bahn um, und steuere einen Laden an, wo ich bereits Stammkundin bin. Der Mitarbeiter klebt mir den Stock so mit Klebeband zusammen, dass ich mit dem Stock nach Hause kommen kann.
Zuhause mache ich mir erst mal in einer regionalen Gruppe auf Facebook Frankfurts Luft, und suche nach Zeugen. Denn ich habe die Dame, die mir meinen Stock beschädigt hat, nicht gesehen, und kann sie somit also auch nicht beschreiben. Das führt zu einer Diskussion mit diversen Hilfsangeboten, Fragen und Ideen. Einige davon möchte ich gern in diesem Beitrag aufgreifen und kommentieren.

– Ein Teilnehmer schlug vor Seniorenheime abzutelefonieren und nach nicht mehr benötigten Blindenstöcken zu fragen. Ein Blindenlangstock ist immer ein spezielles Hilfsmittel. Die Länge ist abhängig von der Körpergröße. Das ist wichtig, um beim Pendeln den nächsten Schritt absichern zu können. Stöcke gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen und Fabrikaten. Jeder blinde Langstocknutzer bekommt den Stock, der am besten zu ihm passt. Dazu gehört eine Stockspitze, die es ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Ebenso gibt es unterschiedliche Griffe, die unterschiedlich in der Hand lieben.
– Jemand empfahl mir einen Blindenstock für 10 Euro bei Amazon zu kaufen. Alternativ kam der Vorschlag einen Stock aus Ebay Kleinanzeigen zu kaufen. Was die Handhabung angeht, so verweise ich auf den letzten Absatz. Was die Tauglichkeit von Blindenstöcken im Bereich der 10 € betrifft, so halten sie auch nur für 10 €. Einen für mich passenden Stock kaufe ich bei der Hilfsmittelfirma meines Vertrauens.
– Eine Dame fragte, ob es nicht sinnvoller wäre einen festen Gehstock zu benutzen. Dieser wäre zu schwer, um mit ihm zu pendeln. Das muss ich aber machen, um festzustellen was direkt vor mir ist, außerdem ist er nicht weiß, und damit als Kennzeichnung im Straßenverkehr unzulässig. Es gibt Stützstöcke in Weiß. Allerdings sind sie nicht dafür vorgesehen sich wie mit einem Blindenlangstock im Straßenverkehr zu bewegen.
– Mit dem Blindenlangstock verbringe ich manchmal mehrere Stunden täglich. Daher ist es wichtig, dass er das richtige Gewicht, die richtige Spitze und den richtigen Griff hat. Von der Länge her reicht er mir bis zu den Achselhöhlen. Das ist die Länge, die es braucht, um beim Laufen den nächsten Schritt abzusichern, dabei wird mit dem Stock jeweils in einem flachen Bogen der Stock von links nach rechts und zurück gerollt. Wenn das linke Bein nach vorne geht, pendelt der Stock nach rechts und umgekehrt. Auf diese Weise bekomme ich mit ob sich der Bodenbelag ändert, sich Stufen oder Bordsteine auf meinem weg befinden, oder ob vor mir irgendein Hindernis ist.

Und hier habe ich noch ein paar weiterführende Links für Euch:
– In Nicht ohne meinen Stock beschreibe ich wie ich zum Stock gekommen bin,
– in Der Blindenstock in der Praxis geht es darum was der Stock kann und was nicht,
– in Welche Blindenstöcke gibt es geht es um Unterschiede von Blindenstöcken,
– in Der Blindenstock Stigma oder Befreiung geht es um das Hilfsmittel und die Haltung zur Kennzeichnung im Straßenverkehr.

Die oben erzählte Geschichte ist gut ausgegangen. In der Facebook gruppe wurde Geld für einen neuen Stock gesammelt. Dieses habe ich am Ende nicht gebraucht. Es gab einen Kostenträger, der mir einen neuen Stock finanziert hat, so dass ich wieder über einen Ersatzstock verfüge. Und da ich mich nicht an der Spendenbereitschaft der Geldgeber bereichern möchte, habe ich das Geld auf den Spendenpool über PayPal für die Arab. Episcopal School für blinde und sehende Kinder in Jordanien überwiesen. Mehr über diese Schule, die mir sehr am Herzen liegt, habe ich in diesem Beitrag geschrieben.

Zum Schluss habe ich noch eine Bitte: Wenn Ihr einen blinden Menschen mit Blindenlangstock seht, der auf ein Hindernis, eine Treppe oder eine Wand zuläuft, dann greift bitte nicht voreilig ein. Geht davon aus, dass dieser Mensch weiß was er oder sie tut. Und vielleicht wird das Hindernis oder die Wand einfach nur zur Orientierung gebraucht. Dem Stock tut es nicht weh, wenn er auf ein Hindernis trifft.

In diesem Sinne, lasst es Euch gut gehen.

Eure Lydia

Kategorien
Allgemein Bildung unterwegs

Die Arab. Episcopal School – Inklusion die Schule macht.

In meinem letzten Beitrag über die Arab. Episcopal School hatte ich dazu aufgerufen über einen Money Pool bei PayPal Geld im Wert einer Tasse Kaffee oder einem Eis zu spenden, welches eins zu eins der Schule zu Gute kommt. Für diejenigen, die einen Betrag spenden möchten, für den eine Spendenquittung gewünscht ist, gibt es den Förderverein Inklusionsschule IRBID FII e.V.

Mit Stand von heute kamen bis jetzt allein über den Money Pool 760 € zusammen. Dafür danke ich all denen, die ihren Teil dazu beigetragen haben. Ihr seid klasse.

Ebenso bedanke ich mich bei denen, die diesen Beitrag großflächig geteilt haben. Auf diese Weise habe ich Menschen getroffen, die gemeinsam mit mir die Idee entwickelt haben einen Life Talk über die Schule zu machen. Hier werde ich in einer Abendveranstaltung all die Fragen beantworten, die meine Leser und Hörer zur Schule und den Lebensbedingungen blinder und sehbehinderter Kinder stellen. Ich hoffe auf diesem Weg noch mehr Menschen dafür zu gewinnen die Arbeit an der Arab Episcopal School zu unterstützen.

Und so könnt Ihr Teilnehmen:

Datum:

Donnerstag, 25.03.2021 19:30 Uhr auf Clubhouse in den Raum:

„AES in Jordanien – Hilf Blinden & Sehenden Kindern gemeinsam zu lernen“

Ihr könnt mir unter meinem Profil folgen, um den Raum leichter zu finden.

Für diejenigen, die nicht auf Clubhouse sind, gibt es die Möglichkeit die Veranstaltung über Facebook zu verfolgen.

Alternativ haben wir noch die Möglichkeit Euch über diesen Link per Zoom teilhaben zu lassen.
Es wird für diejenigen, die nicht über Clubhouse kommen, die Möglichkeit geben ihre Fragen über einen Lifechat zu stellen.

Und zum guten Schluss habe ich noch ein aktuelles Video für Euch, welches ich vor ein paar Wochen aus Jordanien geschickt bekommen habe. Hier richten blinde Schüler verschiedene Bitten an ihre sehenden Mitmenschen. Da die Übersetzung nur in Schriftform auf dem Bildschirm zu lesen war, hat meine Tochter das Video nachvertont. Ich finde das Video schön, da die Bitten denen gleichen, die auch hier in Deutschland blinde Menschen an ihre sehenden Mitmenschen haben. Getreu dem Motto der Schule nicht auf die Unterschiede zu schauen, sondern die Gemeinsamkeiten rauszustellen und diese zu verstärken.

Ich freue mich, wenn ganz viele von Euch zu meiner Veranstaltung am Donnerstag 25.03.2021 kommen. Ladet möglichst viele mit ein, damit es ein gelungenes Event wird. Last uns gemeinsam etwas Liebe in die Welt tragen und gemeinsam etwas bewegen.

Eure Lydia

Kategorien
Allgemein Bildung unterwegs

Die Arab. Episcopal School – Integrationsschule Jordanien

Heute möchte ich über ein Herzensprojekt schreiben. Es handelt sich um die Arab Episcopal School im Norden Jordaniens, die sowohl blinde und sehbehinderte, als auch normal sehende Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Ebenso wurden Arbeitsplätze für blinde Lehrkräfte geschaffen.
Die Arab Episcopal School wurde 2003 von Pfarrer Samir Esaid und seiner Frau, Sabah Zurikat, gegründet. Zu Beginn bestand sie nur aus einer kleinen Kindergartengruppe von 7 sehenden und einem blinden Kind. Es sprach sich herum, sodass immer mehr Eltern von blinden und sehbehinderten Kindern ihre Kinder dort anmeldeten.
2005 wurde mit der ersten Klasse die Grundschule ins Leben gerufen und jedes Jahr wächst die Arab Episcopal School mit dem „Älterwerden“ dieser Klasse.
Der Hauptgrund, der zur Entstehung dieser Schule mit besonderem Konzept führte, ist die fehlende Integration von Sehbehinderten und Blinden in der jordanischen Gesellschaft. Familien verbergen weitestgehend ihre „nicht normalen“ Mitglieder um dem Urteil Anderer und der Schäden, die ihr Name davon tragen könnte, zu entgehen. Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderung gezwungen sind ein Leben außerhalb der Öffentlichkeit zu führen. Des Weiteren gibt es auch kaum Möglichkeiten für blinde Kinder eine spezielle Förderschule zu besuchen. Die einzige Blindenschule Jordaniens, vor Entstehung der AES, befand sich in Amman, und ist ein Internat. Kinder mussten, um in die Schule gehen zu können, wochenlang ohne ihre Familie leben.
Die Arab Episcopal School ist nun eine gute Alternative für den nördlichen Teil von Jordanien und ermöglicht, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Erziehung, Blinden, Sehbehinderten und Sehenden das Erlernen von Lesen und Schreiben.
Durch die Klassen, in denen sowohl blinde, sehbehinderte, als auch sehende Jungen und Mädchen aller Glaubensrichtungen gemeinsam lernen, wird die Toleranz und das Bewusstsein füreinander gefördert und somit hoffentlich in Zukunft eine Generation mit mehr Verständnis für alle Mitglieder der Gesellschaft geschaffen.
Heute, im Jahr 2021, können die Schülerinnen die Schule bis zum Abitur besuchen. Insgesamt lernen 267 Jungen und Mädchen an der AES. Davon sind 37 blind oder sehbehindert. Die AES wird von 50 Lehrkräften und Mitarbeiterinnen geführt, von welchen fünf eine Sehbehinderung haben. Geplant ist, in Zukunft eine Ausbildungsmöglichkeit für Blinde und Sehbehinderte zu schaffen, die es den Schülern, welche das Abitur nicht machen, ermöglicht eigenes Geld zu verdienen.
Vor ein paar Jahren habe ich bereits einen Beitrag über die Arab Episcopal School geschrieben und erzählt, wie ich zu diesem Projekt kam. Denn ich hätte ebenfalls eines dieser blinden Kinder sein können, wenn ich nicht in Deutschland aufgewachsen wäre. Das ist der Stoff, aus dem meine Motivation gemacht ist, die Schule zu unterstützen.

Für diejenigen, die sich gern einen lebendigen Eindruck über die Schule machen möchten, habe ich ein Video gefunden, das vor einigen Jahren erstellt wurde. Daher sind die Zahlen vielleicht nicht mehr aktuell. Das aktuelle Geschehen könnt Ihr auch auf der Facebookseite verfolgen.
Einmal im Jahr unternimmt der Schulgründer eine Vortragsreise nach Deutschland. Dabei sammelt er Geld, welches zu 100 % der Schule zu Gute kommt. Durch Corona und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ist diese Einnahmequelle im vergangenen Jahr ausgefallen.
Ich möchte gern helfen diese Finanzielle Lücke etwas abzumildern, und habe mir folgendes ausgedacht. Ich habe diesen Money Pool über PayPal eingerichtet, auf welchem diejenigen, die die Schule mit einem Geldwert einer Tasse Kaffee oder einem Eis unterstützen möchten, einzahlen können. Dieses Geld werde ich nach dem 31.03.2021 auf das Konto der Schule überweisen. Für diejenigen, denen ein größerer Betrag vorschwebt, für den eine Spendenquittung gewünscht wird, gibt es den Förderverein Inklusionsschule IRBID FII e.V.

Von Euch wünsche ich mir, dass Ihr dabei helft diesen Beitrag möglichst großflächig zu verteilen, damit ein möglichst großer Betrag zusammen kommt.

Danke dafür sagt jetzt schon Eure Lydia