Kategorien
Allgemein Alltag blinde Eltern Sport und Freizeit

Blinde Eltern, sehende Kinder, Teil 6. Wenn die Kita Ferien hat.

Was tun, wenn die Kita Ferien hat?

Mein Sohn war vier und meine Tochter fast sechs Jahre alt, als sich für uns zum ersten Mal die Frage stellte: Was tun während der Ferien? Vor Allem während der Sommerferien hatte der Kindergarten drei lange Wochen zu.

Aktivitäten wie Schwimmbad traute ich mir damals noch nicht alleine zu. Meine Kinder konnten noch nicht schwimmen, und ich bin ohnehin nicht so wirklich eine Wasserratte. Und bei der Geräuschkulisse habe ich keine Chance zwei bewegungsfreudige Kinder im Getümmel wiederzufinden. Zuhause bleiben war aber auch keine Alternative. Das wollte und konnte ich uns nicht antun.

Kategorien
Uncategorized

Autofahren für Blinde – kein Traum mehr

Das Titelbild zeigt die blinde Lydia Zoubek am Steuer des speziell umgerüsteten Smart for Two, deutlich erkennbar am Blindensymbol (drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund).

Die Kinder zur Schule fahren, den Familieneinkauf mit dem Auto bewerkstelligen und schnell mal bei der besten Freundin vorbeifahren. Dinge, die für einen normal sehenden Autofahrer so selbstverständlich zum Alltag gehören. Für Lydia Zoubek ist das bisher nur möglich, wenn jemand sie im Auto fährt oder sie sich ein Taxi nimmt. Ansonsten erledigt sie alles zu Fuß oder mit der Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das könnte künftig anders werden. Denn Forscher einer privaten Initiative haben ein Fahrzeug so modifiziert, dass auch Blinde damit fahren können.

Kategorien
Allgemein unterwegs

Die Klinik mit der Nummer

Das Titelbild zeigt einen großen Bildschirm an einer Wand, auf dem die Wartenummer und der Behandlungsraum angezeigt werden.

Im Sommer 2014 bekam ich meinen ersten Termin in der Augenklinik meines Vertrauens. Damals wurde ein Hornhauttransplantat nicht vom Körper angenommen. Und so wollte mein Augenarzt mich bei einem Spezialisten für Hornhauterkrankungen wissen. Und bisher war es das Beste was mir passieren konnte. Denn die Klinik leistet hervorragende Arbeit und nimmt auch jemanden ernst, der wie ich über ein sehr geringes Restsehen verfügt.

Normalerweise nehme ich solche Termine gerne alleine wahr. Denn ein Besuch in einer Augenklinik ist in der Regel eine Ganztagsveranstaltung. Ich weiß das, und stelle mich darauf ein. Eine quengelnde Begleitperson kann ich daher am allerwenigsten gebrauchen. Somit bleibt der Kreis an in Frage kommenden Begleitpersonen recht überschaubar. Erst recht, wenn man gute drei Stunden Fahrzeit pro Wegstrecke einplanen muss. Ich hatte Glück. Denn einer meiner besten Freunde begleitete mich.

Kategorien
Allgemein Alltag Bildung

Mein erster Tag an der Blindenschule

Nachdem ich über meine ersten Jahre in einer Schule für Sehbehinderte geschrieben hatte, möchte ich heute auf meinen ersten Tag in der Schule für blinde Kinder eingehen.

Die ersten Wochen verbrachte ich noch in der dritten Klasse meiner alten schule. Das lag wohl daran, dass noch nicht alle Formalitäten vollständig erledigt waren. Und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte noch nicht einmal Zeit Abschied von meiner alten Klasse zu nehmen.

Es war ein Montag, als meine Eltern und ich nach Friedberg fuhren. Hier war die nächstliegende Blindenschule, in die ich ab heute gehen sollte. Ich war mächtig aufgeregt. Denn ich hatte absolut keine Idee was mich nun erwarten würde, außer einer Menge blinder Kinder.

Kategorien
Allgemein Bildung

Als blindes Grundschulkind arabischer Eltern

Über meine ersten Jahre in Deutschland hatte ich bereits geschrieben. Heute geht es um meine ersten Schuljahre.
Ich war inzwischen sieben Jahre alt, als sich die Frage nach der Schule stellte. Ich war mit sechs Jahren in einen Kindergarten gekommen, der ein blindes Kind aufnehmen wollte. Hier hatte ich durch den täglichen Kontakt mit anderen Kindern ausreichend Deutsch gelernt, um mich ganz normal unterhalten zu können. Außerhalb des Kindergartens wurde nach wie vor arabisch gesprochen.
Meine Eltern wussten damals nicht, dass es spezielle Schulen für blinde Kinder gibt. Irgendwer hatte ihnen gesagt, dass es so etwas in Frankfurt gäbe. Und so wurde ich dort angemeldet. Meine Eltern und ich wussten lange Zeit nicht, dass es sich um eine Schule für Sehbehinderte und nicht für Blinde handelte.
Zur Erklärung. Als gesetzlich blind gilt man, wenn man auf dem besseren Auge höchstens über 2 % Restsehvermögen verfügt. Bis 5 % spricht man von hochgradiger Sehbehinderung. Und ab da nur noch von Sehbehinderung.