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Die medizinische Tastuntersucherin, eine Berufliche Perspektive für blinde Frauen

Das Bild zeigt mich mit einem Skelett und einer Puppe, deren Brustregion durch 5 Streifen Unterteilt ist.

Vom Berufsbild der medizinischen Tastuntersucherin hatte ich schon gehört. Ich wusste auch, dass dieses Berufsbild blinden und stark sehbehinderten Frauen vorbehalten war. Mehr aber auch nicht.

Diese Bildungslücke schloss sich, als ich an einer Informations- und Eignungsveranstaltung teilnahm. Wir waren vier Frauen. Wir bekamen in drei Tagen ein bisschen Fachwissen vermittelt, medizinische Fachbegriffe erklärt und erste Techniken des systematischen Tastens vermittelt. Dieses Wissen wurde anschließend sowohl schriftlich als auch mündlich und praktisch geprüft. Ebenso wichtig waren Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC und das Schreiben mit 10 Fingern, was ebenfalls geprüft wurde. Abschließend wurde uns im Einzelgespräch mitgeteilt inwieweit wir für dieses Berufsbild geeignet sind, und woran wir noch arbeiten sollten.

Nina Petrick von Discovering Hands stellte mir den folgenden Text zur Verfügung.

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Non-24, wenn der Tag zur Nacht wird 

Auf dem Bild sieht man eine Bank im Freien, auf der ein Mann mit Langstock sitzt.

Darüber steht „Wenn der Tag zur Nacht wird“. Daneben ist zusätzlich eine Uhr abgebildet, deren Ziffern so erscheinen als seien sie aus dem Takt geraten.

Ich war irgendwann Mitte 20, als ich von einem blinden Lehrer hörte, der an einer Studie teilnahm, welche sich mit Schlafstörungen bei blinden Menschen befasste. Diese fand in den USA statt und ging über mehrere Monate. Damals fragte ich nicht genauer nach, da ich immer einen guten Schlaf hatte. Als Kind war ich Frühaufsteher, in der Pubertät schlief ich gern lang, und später konnte ich mein Schlafverhalten problemlos an die Tagesstruktur anpassen.

Das erste Mal, dass ich Schlafstörungen hatte, war während meiner Schwangerschaft. Auf einmal wachte ich wegen jedem Geräusch auf, ganz gleich ob es von einem Familienmitglied oder von einem meiner Katzen verursacht wurde. Trost fand ich damals bei meiner Gynäkologin, die mir erklärte, dass es vielen schwangeren Frauen so geht, und dass sich das irgendwann wieder legt. Es sollte allerdings noch viele Jahre dauern, bis ich nicht mehr bei dem leisesten Geräusch, welches durch eines meiner Kinder verursacht wurde, aufwachte.

Auf der Sicht City, der weltgrößten Hilfsmittelmesse für blinde und sehbehinderte Menschen, lernte ich Anne Simon kennen. Sie informierte an einem Stand über die Erkrankung Non-24. Diese Diagnose ist hier in Deutschland noch ziemlich unbekannt. Daher freue ich mich, dass Anne Simon mir den folgenden Text zur Verfügung gestellt hat.

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Brandschutz für blinde Menschen

Ich war sechs oder sieben Jahre alt, als mein ein Jahr jüngerer Bruder und ich im Wohnzimmer mit Streichhölzern und Papier zündelten. Eine ziemlich große Keksdose war unsere Feuerstelle, in die wir immer größere Fetzen Zeitungspapier warfen. Ich kann heute nicht mehr sagen wie es zugegangen ist. Auf einmal stand unsere kleine Feuerstelle samt der daneben liegenden Zeitung komplett in Flammen. Und wir waren damit komplett überfordert und total erschrocken. Zum Glück waren unsere Eltern sofort zur Stelle und konnten das Feuer löschen. Übrig blieb nur ein Brandloch im Teppich nebst der Erkenntnis, dass Feuer sich schneller ausbreiten kann als ich mir bisher vorstellen konnte.

Karl Matthias Schäfer schreibt heute bei mir einen Gastbeitrag zum Thema Brandschutz für blinde Menschen. Das Beitragsfoto zeigt ihn im karierten Hemd. Mit einer Hand bedient er ein Smartphone.

Was ist das Wichtigste am Brandschutz?

Dass man ihn thematisiert und die Menschen aufklärt. Viele Menschen können sich die Gewalt von Feuer, seine Auswirkungen und Zerstörungskraft überhaupt nicht vorstellen. Sehende Menschen können das Ausmaß einer Feuerkatastrophe und die Gefahren von Rauch, am Bildschirm verfolgen, wie z.B. jetzt wieder bei der Feuerkatastrophe in London. Menschen, die von Geburt an blind sind und die Ereignisse am Bildschirm nicht optisch verfolgen können, können sich die tatsächlichen Ausmaße eines Brandereignisses, nicht vorstellen. Also ist, besonders für diesen Personenkreis, Aufklärung unbedingt nötig.

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Hauptstadtdschungel: Ein Tag mit einem weißen Stock in Berlin

Denise Evers (Titelbild) ist blind und schreibt heute auf meinem Blog. Wir dürfen sie einen Tag lang auf ihren Wegen durch Berlin begleiten.

„Lieber Leser, liebe Leserin,

bevor du dich mit mir in den Großstadtdschungel stürzt, lass mich dir Eines sagen.

Bitte betrachte meinen Bericht mit der obligatorischen Portion Humor und verliere nicht deine Hilfsbereitschaft durch mein Nörgeln.

Es verhält sich hier, wie mit den Nachrichten. Nur die besonders kuriosen Fälle finden Gehör.

All die zahlreichen Menschen, die mir täglich auf freundliche, hilfsbereite und offenherzige Art und Weise begegnen, sind viel zu normal und unspektakulär, um hier Erwähnung zu finden. Ein trauriger Zug der Geschichte.

Frei nach dem großen Voltaire:

„Die Geschichte ist nur ein Gemälde von Verbrechern und Drangsalen.

Die Menge unschuldiger und friedlicher Menschen tritt auf diesem ungeheuren Schauplatz fast immer in den Hintergrund.

Die Hauptpersonen sind nur ehrgeizige Schurken.“

Und jetzt, lieber Leser, liebe Leserin, komm einen Tag mit mir nach Berlin.

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Wie schütze ich mich wirksam vor blinden Menschen?

Das Titelbild zeigt Kadir in einem schwarzen Sakko mit weißem Hemd.

Moderne Kommunikationstechnik erleichtert vielen Menschen das Leben; doch zuweilen werden auch Personen ausgeschlossen, welche auf diese Möglichkeiten angewiesen sind: blinde und sehbehinderte Menschen. Wie diese Menschen sich das Internet zunutze machen, ist schnell erklärt:

Mittels so genannter Screenreader, also Programme, die den Inhalt eines Bildschirms auslesen und z. B. über eine Sprachausgabe oder Braillezeile ausgeben, können sie Texte schnell erfassen. Das Internet spielt für sie bei der Informationsbeschaffung eine nicht unerhebliche Rolle.