Elternassistenz in Österreich

Jakob Putz ist sehbehindert, seine Frau blind. Ihre Kinder sind normal sehend. Auf seinem Blog schreibt er über unterschiedliche Themen rund um Sehbehinderung und Elternschaft.

Heute schreibt er einen Gastbeitrag zum Thema Elternassistenz in Österreich.
Elternassistenz in Österreich
Zum besseren Verständnis, was oder wer ist Österreich? Ein Nachbarstaat von Deutschland, der – von den Einwohnern her – 2/3 von Bayern hat.
Diese Größe – und das muss doch jeder verstehen, verlangt es, das man dieses Ländchen in neun Regionen teilt. Wäre nicht weiter tragisch, würde diese Tatsache nicht heißen, dass die Behindertengesetzgebung für den Privatbereich jedes dieser neun Regionen für sich selbst regelt. So bekommt man als blinder oder sehbehinderter Mensch in der Steiermark persönliche Assistenz in Form von Persönlichem Budget, in Wien, ist man sehbehindert oder blind, nicht.

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Als blindes KitaKind arabischer Eltern

Ich war sechs Jahre alt, als ich die Chance bekam halbtags einen Kindergarten zu besuchen. Meine Eltern hatten in einigen Kindergärten nachgefragt und stets eine Absage erhalten. Grund war, dass sie kein blindes Kind aufnehmen wollten oder konnten. Irgendwann fand sich ein Kindergartenplatz für mich. Mein fünfjähriger Bruder, der ebenfalls einen Platz brauchte, konnte dort nicht aufgenommen werden. Daher hatte meine Mutter morgens und mittags einen recht langen Fußweg zu bewältigen, bis wir beide in unseren Kindergärten und sie wieder zuhause waren. Sie war zu dem Zeitpunkt schon hochschwanger. Und als meine Schwester zur Welt kam, wurde das Ganze zu einer absoluten Herausforderung für sie erst meinen Bruder und dann mich um 8:00 in den Kindergarten zu bringen.
Ich hatte im Kindergarten zum ersten Mal regelmäßig Kontakt mit nicht arabisch sprechenden Kindern. Das war für mich eine absolute Umstellung. Von meinem Vater getrennt zu sein war ich gewohnt. In meinen ersten vier Lebensjahren kannte ich ihn ohnehin nur vom Hörensagen, da er in Deutschland lebte, und wir in Jordanien. Und auch später war er tagsüber bei der Arbeit. Meine ständige Bezugsperson war meine Mutter, die meistens in meiner Nähe war. Heute würde man sie als eine Art Helikopter Mummy bezeichnen. Denn was meinen Bruder und vor allem mich anging, so überließ sie nichts dem Zufall.

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Wie wichtig ist ein sehender Mann?

Das Foto zeigt eine blinde Frau.

Sezen ist blind und Mutter eines Kleinkinds. Ihr Mann ist normal sehend. Heute schreibt sie auf meinem Blog über ihre Erfahrungen mit dieser Familienzusammensetzung.

Der folgende Beitrag, den ich als Gastbeitrag für diesen Blog verfasse, beschäftigt sich mit der Aussage, die ich seit Beginn meiner Ehe und insbesondere als Mutter immer wieder höre.

Ich bin selbst geburtsblind, mein Mann und mein 13 Monate alter Sohn sehen.

Bei vielen Gelegenheiten zeigt sich mir, dass es vielen Leuten nicht klar ist, dass der sehende Partner einem zwar bei vielem hilft, jedoch keinen Assistenten ersetzen soll und kann.

Nehmen wir das Beispiel Frühförderung.

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Wie arbeitet ein Blinder am iPhone

Technik für unterwegs.

Das Foto zeigt mich auf einer Bank in einem Kaffee. Neben mir ist ein Rucksack zu sehen. Auf dem Tisch vor mir stehen ein IPhone und davor eine Tastatur. Daneben eine Tasse Kaffee.

Ich bin mal wieder unterwegs und habe noch eine Stunde Zeit bis zu meinem nächsten Termin. Nach Hause gehen lohnt sich nicht. Wenn ich da bin, kann ich mich grad wieder auf den Weg machen. Da gefällt mir der Gedanke an das nächste Kaffee besser. Hier bekomme ich mein Lebenselixier in Form eines Cappuccino und kann ein paar wichtige E-Mails auf meinem Smartphone beantworten und Termine bearbeiten. Und wenn noch Zeit bleibt, dann kann ich noch an meinem neuen Artikel arbeiten. Zuhause komme ich ja doch nicht dazu.

Blind, Termin eintragen, Smartphone? Wie passt das zusammen?

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Blinde Eltern, sehende Kinder, Teil 5, schriftliche Mitteilungen

Schriftliche Mitteilungen und Aushänge.

Es ist mal wieder Elternabend im Kindergarten. Nachdem die Vorstellungsrunde abgehakt ist, melde ich mich zu Wort. Ich habe heute was ganz besonderes auf dem Herzen. Nämlich, dass wichtige Sachen den Eltern nur noch per Aushang mitgeteilt werden. Ich fand schon die Elternpost nicht besonders prickelnd, konnte aber gezielt nachfragen, wenn ich einen Zettel im Fach meines Kindes gefunden habe. Jetzt gibt es diese Zettel nicht mehr und ich brauche eine Lösung, um an die Elterninformationen zu kommen. Das Einfachste wäre, die bereits am Computer erstellten Infos per E-Mail an mich weiterzuleiten, ,aber das hat in der Vergangenheit nicht funktioniert. Also frage ich mal spontan in die Elternrunde, wer von den anderen Eltern so nett sein könnte, mir bei der Informationsbeschaffung zu helfen. Diese könnte per E-Mail oder telefonisch erfolgen.

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