Katze mit Migrationshintergrund

Zum ersten Mal hörte ich von Mignonne, als eine Freundin den folgenden Status über Facebook postete: „Ich wende mich heute mit einer dringenden Bitte an euch! Es geht um Mignonne, eine Straßenkatze aus Kreta.“
Sie gehört zu 30 Tieren, die meine Freundin Cornelia auf Kreta in Sitia an einem Sammelplatz füttert. Sie wurde von einem Auto angefahren, doppelter Beckenbruch. Er wurde von der Tierärztin behandelt, sie kann wieder laufen, aber sie muss noch springen lernen. Voraussichtlich wird das noch was, aber auf die Straße kann sie nicht mehr, denn ganz wie vorher wird es wohl nicht mehr.
Sie lebt im Moment bei Franzosen in Sitia, Ostkreta, die müssen aber für 1 Monat weg. Meine Freundin kann diese Katze nicht nach Hause nehmen, da dort ein dominanter Kater herrscht. Raus kann sie so auch nicht wegen ihrer eingeschränkten Sprungkraft und einfach nur einmal am Tag füttern bei den Franzosen ist für eine Katze doof. Meine Freundin hat so viele Baustellen im Tierschutz, sie ist fast 70 und kann für diese Katze keine Fürsorge mehr tragen.
Mignonne ist super Menschen bezogen, zahm, trotz Straßenkatze blieb sie einmal ganz ruhig, als sie ausversehen eingeschlossen war in einem Haus und ist auch jetzt in ihrer Indoor-Phase friedlich. Ein Haus mit eingezäuntem Garten, wo sie im geschützten Raum raus kann, aber auch notfalls als Wohnungskatze wäre Mignonne die allerliebste Begleiterin.
Wenn Mignonne kein neues zu Hause bekommt, müsste sie eingeschläfert werden. Denn man kann ein Tier nicht so in Freiheit lassen. Es würde sich nicht verteidigen oder gut flüchten können vor wilden Hunden und möglicherweise dann elendiglich verenden. Auf Dauer bei den Franzosen, die sich freiwillig an der Tierarztkostenrechnung beteiligt haben, kann sie auch nicht bleiben, da die öfters für länger in Frankreich sind.
Also, wer hat ein Herz für Mignonne? Sie würde auf Kosten des Tierschutzes nach Deutschland gebracht werden. Der neue Besitzer müsste sie nur aufnehmen. Im Anhang die Bilder und ein Video von Mignonne.
Wir hatten schon zwei Kater, die sich gut miteinander vertrugen. Und Platz war auch reichlich vorhanden. Spontan wie ich manchmal bin, rief ich meine Freundin an, um einige Fragen zu klären, bevor ich mit meiner Familie darüber sprach. Mignonne war noch nicht vermittelt worden, und es würde keine nennenswerten Folgekosten für die tierärztliche Behandlung geben.
Gespräche, Telefonate, und Absprachen. Am Ende stand fest, dass Mignonne Mitte August zu uns kommen würde. Wir wollten einfach ausprobieren wie sich unsere beiden Kater damit arrangieren würden. Wir vereinbarten, dass Mignonne Mitte August zu uns kommen würde, da wir vorher im Urlaub waren.
Am 15.08.2017 war es dann soweit. Unser Nachbar fuhr mich abends mit dem Auto zum Flughafen, da wir Mignonne eine Fahrt mit dem Bus nicht zumuten wollten. Hier fand die Übergabe durch einen Freund von Cornelia statt. Das Ganze geschah recht unspektakulär in einer kleinen Tragetasche.
Zu Hause angekommen, ließen wir die Tasche offenstehen und warteten erst mal ab. Mignonne kam tatsächlich raus, und erkundete erst mal den Flur, in welchem wir standen. Sie war zutraulich und ließ sich sogar streicheln. Dann ließen wir sie erst mal in Ruhe ankommen.
Während der nächsten Wochen verkroch Mignonne sich unter der Kellertreppe, und kam nur raus, wenn sie das Katzenklo aufsuchte, oder fraß. Wir hatten ihr ein Handtuch untergelegt, damit sie es weicher hatte.

Das Bild zeigt Mignonne unter der Kellertreppe. Sie wirkt ängstlich. Daneben stehen ein Katzennapf und einige andere Dinge, die sonst ihren Platz dort haben.
Es dauerte wohl an die zwei Wochen, bis sie sich raus traute. Mein Sohn war der Erste, dem sie in der Familie vertraute. Ich bekam sie gar nicht zu fassen.
Weitere zwei Wochen vergingen, bis wir feststellten, dass sie nachts ins Wohnzimmer ging, und es sich auf dem Sofa gemütlich machte. Aber sobald sich jemand von uns dort hinbewegte, verschwand sie wieder unter die Treppe. Erst nach und nach begann sie zu begreifen, dass ihr niemand etwas tat. Das hieß, dass sie im Wohnzimmer blieb, wenn auch jemand von uns da war. Manchmal strich sie einem auch schon mal um die Beine, und ließ sich anstandslos streicheln.
Der Platz unter der Kellertreppe ist inzwischen Geschichte. Sie hält sich inzwischen im ganzen Haus auf. Dank des Glöckchens kann ich sie hören und orten. Dieses habe ich an einem Halsband befestigt, in welchem auch Mignonne und meine Telefonnummer vermerkt sind. Das war mir wichtig, solange ich nicht sicher sein konnte, dass Mignonne uns nicht rausgeht und nicht zurückkommt.

Auf dem Bild sieht man Mignonne, die auf einem Bett liegt, und sich von mir streicheln lässt.
Heute, mehr als sechs Wochen nach ihrer Ankunft bei uns, bleibt sie auf dem Bett oder Sofa liegen, wenn sich jemand zu ihr setzt. Für mich heißt das, dass sie uns als ihre Mitbewohner akzeptiert hat, und uns vertraut. Und so langsam finden sich auch unsere beiden Kater damit ab. Platz zum Ausweichen gibt es reichlich, da die beiden Kater auch schon mal nach draußen gehen. Mignonne tut das auch hin und wieder. Allerdings zieht es sie recht schnell wieder ins Haus, wo sie sich sicherer fühlt.

Fast ein Weihnachtskater

Das Foto zeigt zwei Katzen vor einer Haustür. Beide schauen einander an.

Als ich Gucki kennenlernte, war er kein Vierteljahr alt. An sich eine Handvoll Katze in Schwarz gehalten mit ein bisschen weiß auf der Brust und den Vorderpfoten. Er war ein verschmuster und zutraulicher Kater, der keine Tapeten zerkratzte, einen nicht ansprang und auch mit Kindern sehr gut zurechtkam.

Gucki liegt auf einem Stapel Kisten auf die ein Handtuch gelegt wurde.

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Die Polizei, dein Freund und Helfer eine Katzengeschichte

auf dem Bild sieht man eine zusammengerollte Katze.

Draußen begann es hell zu werden, als ich es in unserem Wohnzimmer fauchen und toben hörte. So viel also zum Thema Ausschlafen am Wochenende. Es war Samstag früh, und mitten in den Winterferien 2005. Meine Kinder, vier und fünf Jahre schliefen zwar nicht mehr, beschäftigten sich jedoch in ihrem Kinderzimmer. Doch es war nur noch eine Frage der Zeit bis sie in mein Bett kamen.
Ein lauter Schlag riss mich aus meinen Überlegungen. Das hörte sich nach etwas größerem an. Also stand ich auf und ging widerwillig nach unten, um den Katzen Einhalt zu gebieten. Und da sah ich die Bescherung. Der Weihnachtsbaum hatte dem Temperament der beiden Jungkatzen nichts entgegenzusetzen und war samt Ständer umgefallen. Wasser, mit dem der Ständer gefüllt war, zerbrochene Glaskugeln und allerhand anderer Dinge lagen kreuz und quer auf dem Boden herum. Meine Kinder, die den Schlag ebenfalls gehört hatten, waren mir nach unten gefolgt. Während sie das Chaos bestaunten, fühlte ich Panik in mir aufsteigen. Wie sollte ich die Katzen davon abhalten sich an Scherben zu verletzen, und wie konnte ich das Chaos schnellstmöglich beseitigen? Ich ordnete an, dass meine Kinder sich Hausschuhe anziehen sollten und versuchte Den Weihnachtsbaum aufzustellen. Aber der war einfach zu schwer für mich. Und selbst wenn ich ihn aufgestellt bekommen hätte, wären da noch die Scherben, die auf ca. 20 QM verteilt waren. Der Staubsauger konnte mir hier nicht helfen, da ich wegen des Wassers eben nicht saugen konnte. Als fast blinde Frau brauchte ich Stunden, um das hier restlos beseitigen zu können.

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